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Alte Schweriner Bibliothek : Perzina-Haus wird Heimstatt der Musik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt und Stiftung der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern wollen mit Fördermitteln alte Bibliothek sanieren

Das Perzinahaus in der Wismarschen Straße 144, das früher die Stadtbibliothek beherbergte, soll saniert und wieder für öffentliche Zwecke genutzt werden. Der Hauptausschuss hat grünes Licht gegeben, dass sich die Stadt gemeinsam mit der Stiftung der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern um Bundesmittel aus einem speziellen Förderprogramm bewerben kann.

Nach dem Umzug der Bibliothek in die Schweriner Höfe stand das historisch wertvolle Haus seit drei Jahren leer und sollte verkauft werden. „Trotz intensiver Bemühungen ließ sich bislang der Gebäudekomplex nicht zu einem vernünftigen Preis verkaufen, zu dem neben dem repräsentativen Vorderhaus mit dem Perzina-Saal noch ein Anbau im Hinterhaus und das ehemalige Ordnungsamt in der Franz-Mehring-Straße, bekannt als Dezernat 6 gehören“, berichtet Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. „Deshalb haben wir gemeinsam mit der Stiftung der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Plan entwickelt. Wir wollen uns mit unserem Projekt der Sanierung des Perzina-Hauses für das spezielle Städtebau-Förderprogramm des Bundes bewerben, aus dem wir bereits eine 90-prozentige Förderung für den Umbau des alten Schliemanngymnasiums im Mueßer Holz zum Bürgertreff und Volkshochschulstandort bekommen haben.“

Dr. Martin Rethmann, Vorstandsvorsitzender der Festspiele MV Stiftung, erklärt: „Ich freue mich über die gute Zusammenarbeit von Stadt und Stiftung und hoffe, dass es uns gelingt, die Ausschreibung gemeinsam zu gewinnen und so dieses fantastische Haus mit großer Geschichte für die Stadt und die Kultur zu erhalten.“

Geplant ist, dass nach der Sanierung künftig eine gemeinnützige Gesellschaft den Gebäudekomplex vermietet. Der Perzinasaal bleibt öffentlich zugänglich für Konzerte, Lesungen, Kabarett, Eheschließungen und vieles mehr. Hauptmieter des Hauses wird die Festspiele- gGmbH, weitere Räume können von Seniorenbüro, Seniorenakademie und anderen Mietern genutzt werden. Das alte Dezernat 6 wird vermietet, könnte Anwaltskanzleien oder Praxen beherbergen.

Erbaut wurde das Perzina-Haus im Jahre 1907 von den Brüdern Julius und Albert Perzina an der Stelle, an der seit 1871 ihre Perzina-Pianoforte-Fabrik stand. Dort wurden bis zum Ersten Weltkrieg mehr als 10 000 Flügel angefertigt. Dann brach die Nachfrage nach Klavieren ein. Der Schweriner Flugzeugbauer Antony Fokker kaufte die Fabrik und produzierte dort Flugzeugteile und Munition. 1933 ging das Haus in den Besitz der NSDAP über, dort wurde der „Niederdeutsche Beobachter“ gedruckt. Nach Kriegsende erfolgte dort der Druck der Schweriner Volkszeitung. Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen erfüllten den Perzina-Saal mit kulturellem Leben. Nach dem Umzug der SVZ 1982 auf den Dreesch wurde das Haus Bibliothek, der Perzinasaal zum Lesesaal. 2013 zog die Bibliothek aus.

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erstellt am 27.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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