Peinlich: 31:33 gegen Serben-Nobodys

Ein Lichtblick in der enttäuschenden deutschen Sieben beim Länderspiel in Schwerin - Rechtaußen Tobias Reichmann
1 von 2
Ein Lichtblick in der enttäuschenden deutschen Sieben beim Länderspiel in Schwerin - Rechtaußen Tobias Reichmann

von
23. September 2012, 07:04 Uhr

Schwerin/Rostock | Auch das schlechteste Spiel kann man sich noch schönreden. "Wir sind in der Umbruchphase und haben die Qualifikation für die WM im Januar in Spanien geschafft. Dort wollen wir eine gute Rolle spielen," meinte Handball-Bundestrainer Martin Heuberger nach der 31:33-Länderspielniederlage vom Sonnabend in Schwerin gegen Vize-Europameister Serbien. Gestern im Zweitduell in Rostock gab es hingegen einen 32:23 (19:13)-Erfolg vor den 3356 Zuschauern in der Stadthalle. Zumindest ein versöhnlicher Abschluss der Meckpomm-Woche…

Bei der DHB-Sieben fehlten in den beiden Partien zwar die Leistungsträger Holger Glandorf, Adrian Pfahl und Martin Strobel, die nach Verletzungen noch nicht wieder bei einhundert Prozent sind. Zudem reiste Spielmacher Michael Haaß (Trauerfall) vorzeitig während des Trainingslagers in der MV-Landeshauptstadt ab.Alle anderen, mit denen Heuberger in die Weltspitze zurück will, waren jedoch dabei, so die Torleute Silvio Heinevetter und Carsten Lichtlein, Außen Uwe Gensheimer oder die Rückraumleute Lars Kaufmann, Sven-Sören Christophersen und Michael Müller.

Doch die deutsche Mannschaft fand in Schwerin vor den 3580 Zuschauern nur ganz, ganz schwer in die Partie. Drei "Fahrkarten" von Kreisläufer Patrick Wiencek sowie zwei Müller-Fehler ließen die Serben bis auf 7:2 (9.) enteilen. Und es wurde erst einmal auch nicht besser, da das Aufbautrio Kaufmann/ Christophersen/Müller viel zu statisch agierte. Es fehlte an Ideen und Tempo, um die absolut unerfahrene Gäste-Abwehr auseinanderzureißen.

Dabei war der Vize-Europameister vom Balkan bis auf Zarko Sesum (RN Löwen) nur mit "No Names" angetreten. Trainer Veselin Vukovic, als Spieler Olympiasieger 1984, beschwerte sich auf der Pressekonferenz denn auch darüber, dass "einige Bundesligaklubs mächtig Druck auf meine Spieler gemacht haben, damit sie auf die Länderspiele verzichten". So fehlten die Kieler Stars Momir Ilic und Marko Vujin.

Vukovic musste denn auch gleich fünf Teenager und zehn Länderspiel-Debütanten nominieren. Und die hielten die deutsche Mannschaft in Schach - nicht zu glauben. Der in Jeans seine Mannschaft coachende Vukovic konnte sich nach Abpfiff wegen seiner nicht freigegebenen Bundesliga-Akteure folgenden bissigen Kommentar nicht verkneifen: "Die Jungs sind so jung, die hatten gar keine Ahnung von Gensheimer, Kaufmann, Lichtlein und Heinevetter - und darum auch keinen Respekt."

In der Tat spielten die Serben, die in der Besetzung garantiert nie wieder so zusammenspielen werden, frei weg von der Leber. Nachdem die Gäste in der 14. Minute immer noch 11:6 führten - bis dato bekam Füchse-Torwart Heinevetter nicht wirklich eine Hand an den Ball - wechselte der Bundestrainer. Für Kaufmann kam der Neu-Magdeburger Stefan Kneer und fortan war mehr Pepp im linken Rückraum. Da zudem der "Löwe" Gensheimer bis auf einen Wurf an die Lattenoberkante beim Stand von 8:11/18.) gewohnt sicher beim Siebenmeter war, kam die DHB-Auswahl zur Pause bis auf 15:16 heran.

Dem Kieler Dominik Klein blieb es in seinem 150. Länderspiel vorbehalten, per Tempogegenstoß für die erste deutsche Führung (18:17/34.) zu sorgen. Spätestens nach dem 27:24 (48.) durch den in Halbzeit zwei seine Chance nutzenden Ex-Kieler Tobias Reichmann (jetzt Wetzlar) schienen die Weichen gestellt zumindest für einen unspektakulären Erfolg gegen diese Serben-Nobodys. Doch dann brachte Heuberger für die abschließenden neun Minuten sein Anfangs-Rückraumtrio wieder, um Kneer "für Rostock und das Bundesligaspiel am Dienstag zu schonen". Auch so kann man eine Partie und vor allem Prestige verlieren…

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen