Kita-Debatte : Pauschale schmeckt Eltern nicht

Gesunde Ernährung: In der Schweriner Kita „Rappelkiste“ schmeckt es den Kleinen. Viele Eltern wissen aber noch nicht, was sie für die Versorgung von Januar an zahlen müssen.
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Gesunde Ernährung: In der Schweriner Kita „Rappelkiste“ schmeckt es den Kleinen. Viele Eltern wissen aber noch nicht, was sie für die Versorgung von Januar an zahlen müssen.

Neuregelung der Essen-Versorgung wirft weiterhin viele Fragen auf: SVZ-Leser fordern mehr Informationen vom Sozialdezernenten

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27. November 2014, 12:00 Uhr

In der Debatte um die Abrechnung der Vollverpflegung in der Kita ab kommendem Jahr ist noch kein Ende in Sicht. Eine Änderung im Kindertagesstättenförderungsgesetz sieht ab 1. Januar die Vollverpflegung der Kinder in Einrichtungen vor, sagt auch klar, dass Elternräte zu beteiligen sind und Eltern bei der Umsetzung integriert werden können (SVZ berichtete).

Der Unmut bei den Eltern ist noch immer groß. Jetzt, knapp einen Monat vor Einführung der Gesetzesänderung, wissen viele nicht Bescheid, können sich nicht mit einer möglichen 17-Tage-Pauschale anfreunden, wie die folgenden Lesermeinungen zeigen. „ Es wird doch so sein, dass die Eltern die Kinder weder ab- noch anmelden können. Die Benachteiligten sind wiederum die arbeitstätigen und vollzahlenden Eltern“, sagt Nicole Mikenda. Diese Planung sei wirtschaftlich und organisatorisch nicht zu rechtfertigen – Massen an Essen würden im Müll landen. Bina Jasmund ist schlichtweg sauer: „Es gab keinen Widerstand? Bitte bei der Wahrheit bleiben und solche Änderungen innerhalb der Kita kommunizieren“, sagt die junge Mutter. Ramona Hedrich kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gesetzgeber der Meinung sind, die Mehrzahl der Bevölkerung sei „dumm, unfähig, sorglos und nur durch Gesetze zwangsweise disziplinierbar“. Christian Feldmann findet die Vorgänge dubios: „Bislang konnte niemand erklären, worin die angeblichen Vorteile der Pauschale für die Eltern oder der Stadt liegen. Aber vielleicht kann Sozialdezernent Dieter Niesen als Verantwortlicher der Stadt erläutern, warum die Stadt Schwerin als Träger der öffentlichen Jugendhilfe sich darauf angeblich mit Kita-Trägern geeinigt haben soll.“ Er befürchtet, dass die Eltern, die das alles bezahlen müssen, der Prellbock für eine unausgegorene Kita-Essenspauschale sind.

Die „Aktion Stadt und Kulturschatz“ (ASK) hatte eine Infoveranstaltung mit allen Trägern geplant. „Es hieß aber, das sei nicht nötig. Die Träger machen das jeweils allein“, so ASK-Mitglied Stephan Martini.

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