Schweriner Seen : Paulsdamm bleibt Vogelparadies

Der Kanal verbindet Schweriner Innen- und Außensee und ist  schmal. Bootsfahrer sind dort aufgrund der Enge mit erhöhter Aufmerksamkeit unterwegs.
Der Kanal verbindet Schweriner Innen- und Außensee und ist schmal. Bootsfahrer sind dort aufgrund der Enge mit erhöhter Aufmerksamkeit unterwegs.

Anrainer und Bootsfahrer lieben Idylle zwischen Schweriner Innen- sowie Außensee und wollen sich stärker für deren Erhalt einsetzen

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29. Juli 2014, 16:00 Uhr

Flora, Fauna und Naturliebhaber können voraussichtlich auch künftig die Idylle zwischen Schelfwerder und Rampe genießen. Das ist eines der Ergebnisse, das die Arbeitsgruppen für das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ erzielt haben, wie Andreas Zähle von der Initiative Schweriner Seen und Umland (ISSU) bestätigt. Die Beteiligten seien sich quasi in fast allen Dingen einig gewesen.

Die Arbeitsgruppen „Land“ und „Wasser“ erstellen gemeinsam mit dem federführenden Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Richtlinien für die Schweriner Seen. Im Resultat soll der so genannte Managementplan den Zustand von 29 Vogelarten und deren Habitate dokumentieren sowie einen Handlungsrahmen für deren positive Entwicklung bzw. deren Erhalt festlegen.

In dem grob abgesteckten Gebiet rund um den Paulsdamm seien sich die Beteiligten relativ schnell einig gewesen, berichtet Andreas Zähle. „Das hatte zwei Ursachen.“

Zum Einen: Die Schweriner Seen sind um den Paulsdamm herum sehr flach. „Viel zu flach, um dort mit Motorbooten zu fahren“, so der ISSU-Sprecher. Für kleinere Boote könnte es unter Umständen entsprechende Markierungen an den zu schützenden Uferbereichen geben. Zum Anderen: In der so genannten Apfelsinenbucht darf weiterhin geplantscht werden. „Das haben die Experten sofort akzeptiert“, erläutert der Schweriner weiter. Die Badestelle ist so flach, dass dort Kleinkinder baden können. Es sei die einzige ihrer Art in der Gegend, erläutert Zähle weiter.

Um Arten wie Eisvögel, Haubentaucher, Kolbenente oder Rohrdommel nicht zu stören, haben die Arbeitsgruppen vor allem die Schilfgürtel in ihre Betrachtung mit einbezogen. Einigkeit bestand nach SVZ-Informationen darin, die Röhrichtgebiete nicht zu befahren – weder in natürliche Schneisen einzufahren noch künstlich neue zu schaffen. Wasserseitig sollen Boote künftig 30 Meter Abstand einhalten. In Zukunft wird noch strenger darauf geachtet, dass die extra ausgewiesene Wasserski-Strecke genau eingehalten wird.

Bei allen Vorhaben stellt sich die Frage: Wer soll das kontrollieren und Seegäste aufklären? „Da sind wir noch in der Überlegung“, antwortet Andreas Zähle. Offenbar wird die ISSU dabei eine Hauptrolle spielen. Die darin organisierten Wassersportvereine wollen die Vereinbarungen kommunizieren. Sie sitzen quasi an der Quelle. Schilder und Faltblätter sollen bereits an Marinas, Anlegestellen, in Informationsbüros und bei den Vereinen aufgestellt bzw. ausgelegt werden. Und die Wassersportler werden die Augen verstärkt offen halten.

Das hat auch einen guten Grund: Bislang arbeiten Anrainer, Vogelschützer, Behörden und Wassersportler an einer so genannten Freiwilligen Vereinbarung. Diese beruht auf keinerlei Verboten, sondern der Bereitschaft aller Parteien. Nach einer Probezeit, die voraussichtlich zwei Jahre betragen soll, wird entschieden, ob diese Art der Übereinkunft funktioniert und sich alle daran halten, oder ob diese durch strengere Vorgaben ersetzt werden soll.

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