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Stühle sind PasseE : Parumer sitzen wieder auf Bänken

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gelebte Ökumene: Gestühl aus katholischem Gotteshaus St. Anna in Schwerin steht jetzt in evangelischer Dorfkirche.

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 23:04 Uhr

Im evangelischen Gotteshaus von Parum stehen wieder richtige Kirchenbänke. Und es sind Bänke mit einer besonderen Geschichte: Mehr als 100 Jahre dienten sie in der katholischen St.-Anna-Kirche in Schwerin als Sitzgelegenheit. Weil sich die Gemeinde in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr neues Gestühl leisten konnte, sollten die alten Kirchenbänke eigentlich ausrangiert werden. „Als wir von dieser Absicht hörten, kam uns sofort die Idee, die Bänke in unsere Kirche zu holen“, sagt Kristin Kirsch vom Parumer Kirchengemeinderat – ihr Ehemann Michael ist katholisch. Propst und Pfarrgemeinderat von St. Anna gaben für das besondere ökumenische Projekt bereitwillig grünes Licht.

Dank der Hilfe aus Schwerin ist ein ungeliebtes Provisorium nun Geschichte: Ende der 1960er-Jahre waren die historischen Kirchenbänke in Parum ausgebaut und eingelagert worden, weil der Fußboden des Gotteshauses saniert werden musste. „Danach waren die Bänke nicht mehr zu benutzen“, erklärt Kristin Kirsch. Bei Andachten und Konzerten habe die Gemeinde seither auf Stühlen Platz genommen – optisch und akustisch keine ideale Lösung. „Durch die Bänke hat sich der Klang in der Kirche gleich deutlich verbessert“, berichtet Kristin Kirsch.

Freilich gibt es noch ein Problem: Die rund 30 Holzbänke sind mit einer Länge zwischen 3,45 und 4,35 Metern auf die Größenverhältnisse in der St.-Anna-Kirche zugeschnitten. Zwar lassen sich die Bänke in der Parumer Kirche ohne Schwierigkeiten hintereinander aufstellen. Aber es gibt nicht wie in früheren Zeiten einen freien Mittelgang. „Dafür muss das Gestühl gekürzt werden“, erläutert Kristin Kirsch.

Die ersten vier Bänke hat die örtliche Tischlerei Kleine schon entsprechend aufgearbeitet. Um das Projekt allerdings weiter fortführen zu können, ist die Gemeinde auf Spenden angewiesen, zumal das Gestühl auch noch neu gestrichen werden muss. Kostenpunkt pro Bank insgesamt: etwa 550 Euro. „Aus eigener Kraft können wir diese Neugestaltung nicht finanzieren“, betont Kristin Kirsch.

Doch es gibt Hoffnung: „Die ersten Spenden sind schon eingegangen“, schildert Pastorin Maria Harder. Kristin Kirsch denkt auch an ein Benefiz-Konzert. Eine Patenschaft für eine Kirchenbank käme gegebenenfalls ebenso in Betracht. „Wir wollen unser Projekt nach und nach umsetzen – Bank für Bank“, sagt Kirsch.

Rund 370 Mitglieder zählt die Kirchengemeinde von Parum, die mit den Gemeinden in Warsow und Gammelin verbunden ist. Das Parumer Gotteshaus ist eine gotische Backsteinkirche mit Feldsteinsockel. Um 1450 entstand das Mittelschiff. Markant: der hölzerne Glockenturm.

Wer den Parumern bei der geplanten Renovierung der Kirchenbänke helfen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 038850-5162 an das Pfarramt in Gammelin wenden.

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