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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 09:25 Uhr

Parkplatznot Schwerin : Parkhaus erwünscht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Studie ergibt: City-Besucher sind unzufrieden mit der Verkehrssituation

von
erstellt am 27.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Braucht die Schweriner Altstadt ein neues Parkhaus? Baudezernent Bernd Nottebaum und sein Stab denken darüber jedenfalls laut nach. Dazu zwingt sie nicht nur ein täglicher Blick auf die Straßen während der Sommersaison und die häufigen Klagen der Anwohner, die vor ihrer Haustür keinen Stellplatz finden, sondern auch das Ergebnis einer Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung.

121 deutsche Städte nahmen daran teil. Dutzende Passanten waren dafür in der Innenstadt befragt worden, gaben Schwerin überdurchschnittlich gute Noten, vor allem in Sachen Einzelhandel, Freizeit, Kultur, Ladenöffnungszeiten, Sauberkeit und Gesamteindruck. Nur beim Thema Parkmöglichkeiten gab es schlechtere Noten. „Allerdings meldet uns beispielsweise der Parkhausbetreiber in der Geschwister-Scholl-Straße, dass seine Stellplätze höchstens an fünf Tagen im Jahr komplett ausgebucht sind“, sagt Nottebaum. Um künftig mit belastbaren Zahlen argumentieren und planen zu können, wird jetzt eine Analyse erstellt, wie hoch der Parkdruck in Schwerin wirklich ist. Der Nahverkehr, der unter anderem den Großparkplatz an der Grünen Straße betreibt, ist damit beauftragt.

„Dabei soll es aber nicht nur um fehlende Stellplätze gehen, sondern auch um Parkgebühren und die Möglichkeit, via Smartphone zu bezahlen“, sagt Nottebaum. Ende des Jahres könnten die Ergebnisse vorliegen, dann geht die Diskussion weiter. „Dabei müssen wir auch bedenken, dass noch mehr Gäste nach Schwerin kommen, wenn wir tatsächlich Weltkulturerbe werden“, erklärt Nottebaum.

So viel ist klar: Für einen großen, ebenerdigen Parkplatz wie an der Grünen Straße oder am Bahnhof gibt es in Innenstadtnähe keine ausreichend große Fläche mehr. Entscheidet sich die Stadt also für einen Bau in die Höhe, werde auch überlegt, wie genau das aussieht: Einige Autofahrer trauen sich nämlich nicht in Parkhäuser, die dunkel sind, enge Kurven und schmale Stellflächen haben.

In diesem Zusammenhang denke die Stadt jetzt auch wieder über Parkplätze für Pendler nach oder für Besucher, die kein Problem damit haben, weiter weg zu parken: „Der Platz an der Sport- und Kongresshalle ist wochentags kaum ausgelastet, den müssten wir besser vermarkten.“ Sportliche Autofahrer könnten zum Beispiel das Rad im Kofferraum mitnehmen oder zu Fuß den baustellenfreien Wittenburger Berg hinunter Richtung Marienplatz gehen. Auch über die Busanbindung werde noch einmal nachgedacht.

„Fest steht auf jeden Fall, dass wir in der Innenstadt aktuell auf keine Parkplätze verzichten können“, so Nottebaum. „Die Idee, beim Umbau des Schlachtermarktes auf Stellplätze zu verzichten, lässt sich meiner Ansicht nach nicht umsetzen.“

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