Schwerin : Parken: Abends wird es eng

Der große Parkplatz an der Werderstraße: Viele Schelfstädter mit Anwohnerparkausweis würden sich freuen, wenn sie den Platz nachts kostenlos nutzen könnten.
Der große Parkplatz an der Werderstraße: Viele Schelfstädter mit Anwohnerparkausweis würden sich freuen, wenn sie den Platz nachts kostenlos nutzen könnten.

Leser fordern intelligente Lösungen und mehr Solidarität. Der Ausschussvorsitzende Dr. Hagen Brauer dankt für die Debatte.

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11. März 2015, 08:00 Uhr

Das Thema Parkplätze bewegt weiterhin die Gemüter in Schwerin. Auch in der Schelfstadt sei die Situation schwierig, schildert unser Leser Ralf Schattschneider. Indes gäbe es eine einfache Lösung: „Die beiden Parkplätze an der Werderstraße sind in der Regel in der Zeit von 18 bis 9 Uhr überwiegend leer. Ich ärgere mich täglich, wenn ich abends auf der Suche nach einem freien Parkplatz fast verzweifele und die riesigen freien Flächen sehe. Warum können Anwohner solche kommunalen Parkplätze in dieser Zeit nicht kostenfrei nutzen? Ich zahle ja auch schon für meine Anwohnerparkkarte. Seit Jahren habe ich diesen Vorschlag der Verwaltung unterbreitet, er wird aber ignoriert.“

Über die Lage in der Paulsstadt berichtet Eva Rieber: „Wir wohnen in der Steinstraße unweit des Demmlerplatzes. Während des Vormittags und des Nachmittags an Arbeitstagen ist es in der Regel kein Problem, einen Parkplatz zu finden. Je später der Abend, desto dramatischer allerdings die Parkplatzsituation. Ab 18 Uhr ist im Umkreis kaum noch ein freier Parkplatz zu finden.“

In Krebsförden stünden zwar etliche Parkplätze zur Verfügung, aber eben nicht genug, schreibt Rita Patzke. „Dabei steht ein großes Parkdeck mit zwei Etagen hinter dem Bürogebäude an der B 106. Es ist aber nur zur Hälfte zur Nutzung für die Beschäftigten der ansässigen Firmen freigegeben. So etwas können wir uns bei der bestehenden Parkplatznot doch gar nicht leisten! Warum bietet der Eigentümer die Stellplätze nicht zur bezahlbaren Vermietung an? Oder erlaubt das Parken gegen Gebühr – wie schon fast überall.“

Karl-Heinz Kriegelstein lenkt den Blick wieder auf die Innenstadt: Das Angebot an Parkplätzen in der City sei eigentlich recht gut, nur die Preise mitunter zu hoch, gerade in den Abendstunden und in der Nacht. „Vorbild ist das Parkhaus in der Marienplatzgalerie mit einem Pauschalpreis von 1,20 Euro über die Nacht. Wenn alle Parkhäuser und -plätze diesem Beispiel folgen würden, wären viele Probleme gelöst.“

Mehr Solidarität beim Parken wünscht sich Sabina Franke. „Seit einiger Zeit beobachte ich, dass immer häufiger asozial geparkt wird: Genau in der Mitte einer großen Parklücke, so dass ein einziges Auto den Parkraum für zwei oder gar drei beansprucht oder mit riesigem Abstand zur Einfahrt in ein Grundstück.“ Die Stadt trage zu diesem Verlust von Parkplätzen bei, indem die Parkbuchten riesig ausgewiesen, Einfahrten übertrieben groß genehmigt oder Bäume so ungeschickt angepflanzt würden werden, dass noch ein weiterer Parkplatz verloren gehe.

Bau- und Verkehrsausschussvorsitzender Dr. Hagen Brauer dankt ausdrücklich unserer Zeitung für die angestoßene Diskussion zur Parksituation in der Landeshauptstadt. „Ich kann allen Bürgern zusichern, dass der zuständige politische Ausschuss die öffentlich geäußerten Ideen in seine Arbeit einbeziehen wird“, so Brauer. „Die voll umfassende Patentlösung hat wohl niemand und so sind es doch eher die konkreten kleineren oder größeren Einzellösungen, die Entlastung schaffen.“ Hier sei etwa die Weststadt auf einem guten Weg, betont Brauer, der auch dem Ortsbeirat in diesem Stadtteil vorsitzt. So schaffe zum Beispiel die Neue Lübecker Wohnungsbaugenossenschaft bei ihrem Neubauprojekt in der Lübecker Straße mehr Parkplätze als sie müsse. Zusätzliche Stellflächen könnten auch entstehen, wenn die ehemalige Deponiefläche am Finkenkamp als Parkplatz hergerichtet werde, erklärt Brauer. Durch die Versiegelung des Areals würde der weitere Schadstoffeintrag durch Regenwasser verhindert. „Damit könnten wir einen doppelten Effekt erzielen – Trinkwasserschutz und Parkfläche.“

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