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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 08:40 Uhr

Crivitz : Park wächst – Baum für Baum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hans-Jürgen Heine vom Förderverein Crivitzer Arboretum kontrolliert jedes Jahr die Entwicklung der Laubgehölze

von
erstellt am 06.Jan.2015 | 16:00 Uhr

Exakt 128 Laubbäume hat der Gädebehner Hans-Jürgen Heine im Crivitzer Arboretum vermessen. Genau genommen hat er den Durchmesser-Zuwachs am Baumstamm ermittelt – mit einer so genannten Messkluppe, einer geeichten, und einem Zollstock. Letzteren braucht er nur, um an der genauen Messstelle ansetzen zu können. Denn der Durchmesser der Bäume werde immer in Brusthöhe von 1,30 Meter gemessen, erklärt Heine.

Die beste Zeit für diese Aufgabe ist der Herbst, wenn die Vegetationsperiode abgeschlossen und das Laub von den Bäumen gefallen ist. Dann ist Heine mehrere Tage im knapp acht Hektar großen Landschaftspark am Rande der Stadt unterwegs. Pro Tag sind es zwei bis drei Stunden. In dieser Zeit schaffe er 50 bis 60 Bäume, sagt Heine, der dem Förderverein Arboretum Crivitz angehört und als ehemaliger Leiter eines Forstamtes auch die fachliche Erfahrung mitbringt.

Der Gädebehner erfasst die Daten seit sechs Jahren. „So können wir das Wachstum jedes einzelnen Baumes besser verfolgen. Das ermöglicht uns, rechtzeitig Entscheidungen für die Bewirtschaftung im Arboretum treffen zu können.“ Bei der Messung wird der Baum zugleich auf möglichen Schäden, auch auf Umwelteinflüsse untersucht. Anhand der Daten lasse sich leichter verfolgen, wie gut oder schlecht der Baum gedeiht. Durchschnittlich haben die Stämme der Laubbäume in den Jahren 2009 bis 2014 einen Zuwachs von 3,42 Zentimetern erzielt.

Erste Schlussfolgerungen kann Heine schon ziehen. Gut gehe es der Linde, Buche, Birke, Weide, Pappel, Erle, Vogelkirsche und Eiche. Kaum zugelegt haben aber Ginkgo, Platane, Zuckerahorn, Blumenesche und Weißerle. Die gesammelten Fakten geben auch Auskunft darüber, dass der Zustand der Ebereschen, Mehlbeeren und Speierlinge unbefriedigend ist. Sie wurden damals auf einem fast sterilen Sandboden gepflanzt. Deren Stämme haben in den vergangenen sechs Jahren im Durchschnitt nur zwei bis drei Millimeter zugelegt, bei einigen gibt es gar keinen Zuwachs. Vermerkt hat der Fachmann auch, dass einige Bäume nicht fest im Boden verankert sind, dass der Stamm rissig und die Krone unzureichend entwickelt ist oder trockene Zweige aufweist. Die Scheinbuche, die anfangs auf einen sandigen Standort gepflanzt wurde und im Sommer dann immer viel Sonne abbekommen konnte, wurde schon zweimal nachgepflanzt. Jetzt hat er einen schattigen, kühlen und feuchten Standort erhalten – und gedeiht dort prächtig. Generell sei es angebracht, dass Bäume, die nachgepflanzt werden müssen, auch einen standortgerechten Platz bekommen, wenn sie sich am bisherigen nur mickrig entwickelten.

Im Crivitzer Arboretum wurden 2007 rund 250  Bäume und 2500 Sträucher auf einer ehemaligen landwirtschaftlichen Brache gepflanzt.

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