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21. September 2017 | 09:03 Uhr

Parchim: Dieb klaut Lkw samt Arbeiter

vom

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2011 | 07:06 Uhr

Parchim | Die Polizei hat gestern nach rund 60 Kilometern eine spektakuläre Verfolgungsfahrt im Landkreis beendet. Ein dreister Dieb hatte nicht nur einen Kleinlaster, sondern das Fahrzeug samt Bauarbeiter entwendet.

Gegen 5.30 Uhr will ein Mitarbeiter der Weko Bau GmbH in Parchim nahe der Beruflichen Schule einen Kollegen abholen. Nachdem dieser nicht wie vereinbart an der Straße steht, springt der Fahrer aus seinem Fahrzeug, um den Kollegen raus zu klingeln. Diesen Moment nutzt ein dreister Dieb und startet mit Hilfe des im Zündschloss steckenden Schlüssels das Auto. Der Weko-Mitarbeiter rennt zum Kleinlaster und will den Dieb stoppen. Der legt den Rückwärtsgang ein und wendet. Geistesgegenwärtig springt der Beklaute auf die Pritsche und informiert über Notruf die Polizei. Für ihn beginnt eine Höllenfahrt, die selbst mehrere herbeigeeilte Streifenwagen zunächst nicht verhindern können.

Die Fahrt geht in Richtung Damm. Der Weko-Mann springt von der Ladefläche. Er versucht, den Fahrer zum Aufgeben zu bewegen. Der gibt Gas und rast davon. Gegen 5.50 Uhr wird der Kleinlaster in Garwitz gesichtet. Polizeiwagen verfolgen ihn mit über 100 Sachen durch Raduhn. "Das war ziemlich riskant", so später ein Beamter. Das Auto rast durch Klinken, Tramm, Göhren, Plate und dann in Richtung Gol denstädt. Neun Streifenwagen sind dem Fahrzeugdieb mittlerweile auf den Fersen. Von Goldenstädt biegt der Flüchtige in Richtung Göhren ab und braust durch Plate in Richtung Sukow zur B 321. Am Ortsausgang Crivitz hat die Polizei derweil eine Straßensperre aufgebaut, die der Täter durchbricht, bevor er weiter in Richtung Friedrichsruhe , Severin nach Hof Bergrade, Wozinkel, Bahlenrade und Granzin rast. Auf einem Schotterweg nahe Stralendorf verlässt er das Auto und versucht zu Fuß zu fliehen. Aber der 60-Jährige kann den deutlich jüngeren Beamten nicht entkommen. Gegen 6.30 Uhr endet die Flucht nach 58 Kilometern. Bei einem Atemalkoholtest wurden 0,72 Promille gemessen. Der Mann war erst gegen 5 Uhr aus der Ausnüchterungszelle des Parchimer Polizeihauptreviers entlassen worden, nachdem er dort die Nacht verbracht hatte.

Nach den Vernehmungen wurde er auf Entscheidung der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Weko-Mann hat noch am Vormittag seine Arbeit in Rostock fortgeführt.

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