Bauprojekt spaltet Gemeinde : Pampower streiten über Straßenbau

Gegen den Ausbau dieses Weges zur Straße sprechen sich Gudrun und Horst Gadau sowie Gerlinde Koßmann aus.
Gegen den Ausbau dieses Weges zur Straße sprechen sich Gudrun und Horst Gadau sowie Gerlinde Koßmann aus.

Altenzentrum im ehemaligen Gymnasium braucht eine zweite Zufahrt – Anwohner wollen Parallelstrecke verhindern

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06. April 2017, 08:00 Uhr

Vor dem ehemaligen Gymnasium in Pampow stehen die Möbelwagen: Die ersten Mieter ziehen in die 24   altengerechten Wohnungen, die in dem zweigeschossigen Plattenbau entstanden sind. Anfang Mai sollen auch die Sozialstation und die Tagespflege öffnen. Fertig ist dann das neue Altenzentrum mitten im Dorf allerdings nicht. Denn die Zufahrten sind erst zur Hälfte angelegt: Zum ehemaligen Gymnasium und zur Turnhalle geht es nur über eine schmale Stichstraße – zwischen Hort und Kita-Gebäude hindurch. Diese alte Betonbahn erhielt zwar auf dem größten Teil der Strecke eine Bitumenschicht, doch das reicht nicht aus. „Der Bau einer zweiten Zuwegung ist beschlossene Sache und so auch mit dem Investor vereinbart“, betont der stellvertretende Bürgermeister Jens Heysel. Diese neue Straße soll parallel zur bestehenden verlaufen – oberhalb des alten Sportplatzes. Das Projekt liegt vor, 100 000 Euro und damit etwas mehr als die veranschlagten Kosten sind im Haushalt eingestellt. „Eigentlich muss es demnächst losgehen“, betont Heysel.

Doch das wird nicht von allen gern gesehen. Im Fährweg regt sich Widerstand. Der letzte Teil dieser Straße ist eine Sackgasse. „Wir haben diese Straße in den 1960er-Jahren selbst gebaut“, erinnert sich Horst Gadau. „Der Unterbau trägt keinen Durchgangsverkehr.“ Und nach etwa 100 Metern auf dieser Straße geht es dann auf die zu bauende Straße in Richtung ehemaliges Gymnasium. „Das Projekt ist für mich ein Schildbürgerstreich“, fügt der 82-Jährige hinzu. Auch Gerlinde Koßmann hält den Straßenneubau für überflüssig. Ihr Wohnhaus steht auf dem Eckgrundstück, um das dann die Kurve verlaufen müsste. Der 75-Jährigen geht es auch nicht um ihre Ruhe. „Ich freue mich über den Schulsport und die Nachwuchsfußballer, die hier ihre Punktspiele austragen“, betont die ehemalige Lehrerin. „Ein Gehweg mit Sitzbänken für die Senioren und ein neuer Zaun um den Sportplatz wären ihrer Meinung nach angebracht. Eine zweite Straße halten die Anwohner indes für überflüssig. Sie plädieren für den zweispurigen Ausbau der bisherigen Zufahrt inklusive eines neuen Bürgersteiges.

So einen Vorstoß machte Bürgermeister Hartwig Schulz auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Der wurde jedoch von der Tagesordnung genommen, denn der widersprach der Vorgabe, eine zweite Zufahrt zum ehemaligen Gymnasium zu schaffen und der eindeutigen Beschlusslage der Gemeindevertretung.

Die alte Zufahrt kann und muss indes instand gesetzt werden. Denn sie wird nicht nur fürs Altenzentrum und die Turnhalle benötigt: Hinter der Turnhalle sollen zudem vier Wohnhäuser entstehen, die nur über diese Straße zu erreichen sind.

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