Ortschronist hält Festvortrag : Pampower erinnert an Bauerndorf

Am Dorfteich Maudel  wird Hermann Wienke seinen Rundgang zum Pampower Dorfjubiläum beenden.
Am Dorfteich Maudel wird Hermann Wienke seinen Rundgang zum Pampower Dorfjubiläum beenden.

Erntefest steht in diesem Jahr im Zeichen der Ersterwähnung vor 750 Jahren: Ortschronist Hermann Wienke hält Festvortrag

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28. August 2015, 11:00 Uhr

Hermann Wienke kann mehr als eine Geschichte über Pampow erzählen. Schließlich hat der einstige Ausstellungsarchitekt die Historie des vor 750 Jahren erstmals erwähnten Ortes erforscht und die Chronik geschrieben. Drei Bände kamen bis 2008 zusammen. Darin hat der 83-Jährige nun selbst nachgeschlagen, um Stoff für seinen Festvortrag auszuwählen. „Ich habe mich für die Geschichten zu den Bauernstellen entschieden“, erzählt Wienke. „Die sind mir die liebsten und außerdem passen sie zum Dorf- und Erntefest.“ Das wird am ersten Wochenende im September immer groß gefeiert. Doch da 2015 auch für Pampow ein Jubiläumsjahr ist, hält Wienke zum Festauftakt im Hotel „Schweriner Tor“ einen Vortag über „750 Jahre Pampow“. Die Zuhörer erfahren am Mittwoch, wie aus leibeigenen Bauern erst Zeit- und später Erbpächter, dann sogar Hofbesitzer wurden. Auch Büttner, Häusler und Einlieger gab es in Pampow. Die Unterschiede kann Wienke erklären. Zugleich muss es dabei nicht immer staubtrocken zugehen. In Archiven fand Wienke so manche Anekdote. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts machte beispielsweise der Hauswirt Hans-Jochen Schomaker Schlagzeilen. Der wirtschaftete schlecht und wurde „abgemeiert“ – sprich zu Prügelstrafen verurteilt, später sogar zu Haft und Militärdienst. Doch Schomaker, der in den Unterlagen immer Schumacher genannt wird, flüchtete zweimal. Wie das Ganze zu Ende ging, weiß allerdings auch Hermann Wienke nicht: „Die Akten dazu fehlen, sind wohl vernichtet worden.“

Obwohl Hermann Wienke alle Unterlagen und viel Wissen über die Geschichte Pampows parat hat: Gut eine Woche Arbeit steckte der Rentner in die Vorbereitung seines Vortrages: Material auswählen, zusammenfassen, kürzen und interessant aufbereiten. „Und der Vortrag darf nicht länger werden als eine Stunde“, betont Wienke. Danach will der Ortschronist die Pampower mit auf einen Dorfrundgang nehmen und ihnen zeigen, wo einst Zollamt und Armenhaus standen. Auch die Hufe VIII spielt eine Rolle: Das dazugehörende, reetgedeckte Haus aus der Mitte des 17. Jahrhunderts in der heutigen Friedensstraße ist das älteste Bauernhaus in Pampow. Es hat den Brand von 1915 überstanden.

„Ich hoffe, dass nicht nur die alten Pampower kommen“, sagt Wienke. „Ich möchte vor allem die Hinzugezogenen ansprechen und ihnen das Bauerndorf nahe bringen.“ Deshalb stimmte der 83-Jährige auch sofort zu, als Bürgermeister Hartwig Schulz ihn bat, den Festvortrag zu halten.

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