zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

23. August 2017 | 23:06 Uhr

Pampow baut kleine Ortsumgehung

vom

Pampow | Bürgermeister Hartwig Schulz ist schon ungeduldig. Aber noch kann es nicht losgehen mit dem Ausbau des Steinweges. Seit gestern steht jedoch die Finanzierung. Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Schweriner Wirtschaftsministerium, brachte knapp eine Million Euro nach Pampow. Da das Innenministerium weitere 100 000 Euro als Sonderbedarfszuweisung zuschießt, muss die Gemeinde etwas mehr als 300 000 Euro aus ihrer Kasse zulegen, um das 1,42-Millionen-Euro-Projekt komplett zu finanzieren.

Fertig sind die Planungen für die etwa ein Kilometer lange und 6,50 Meter breite Straße westlich von Pampow. Diese verbindet die B 321 direkt mit der Kreisstraße in Richtung Stralendorf - ohne dass das Dorf durchquert werden muss. Doch noch bis nächste Woche läuft die Ausschreibungsfrist für Betriebe. Loslegen können die Bauleute erst nach Prüfung und Auftragsvergaben. "Wir wollen im Juli anfangen", ist Bürgermeister Schulz optimistisch. Der Verkehr rollen soll hier noch vor Weihnachten.

Diese kleine Ortsumgehung soll vor allem die Gewerbegebiete der Region besser verknüpfen. Und dazu zählen nicht nur Pampow, Holthusen und Stralendorf, sondern auch Wittenförden, Schwerin-Sacktannen, Görries und Süd. "Die Gewerbegebiete werden deutlich besser an das überregionale Verkehrsnetz angebunden", betont Rudolph. "Hiermit verbessern sich die Anfahrtswege zu einheimischen Unternehmen." Daher unterstütze das Wirtschaftsministerium das Pampower Vorhaben mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und des "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung".

Bürgermeister kritisiert: Kreis Ludwigslust beteiligt sich nicht

Nur dank der massiven Hilfe vom Land können die Pampower dieses Projekt verwirklichen. Hartwig Schulz bedankt sich dafür - und ebenso bei den Mitstreitern in der Gemeindevertretung sowie bei der Kirchgemeinde Pampow, die Land zur Verfügung stellte. "Wir waren hartnäckig und haben das angepackt." Denn die erhoffte und zu Beginn der Planungen signalisierte Unterstützung durch den Landkreis Ludwigslust blieb aus, wie der Bürgermeister gestern kritisch anmerkte.

Für die Pampower Einwohner hat dieses Vorhaben auch direkt eine große Bedeutung. Schließlich soll sich die Verkehrsbelastung im Ortskern deutlich reduzieren. Derzeit rollen etwa 8 000 Fahrzeuge pro Tag über die kurvenreiche Hauptstraße durch Pampow. Diplom-Ingenieur Jörg Schulz vom ausführenden Planungsbüro rechnet damit, dass sich diese Zahl halbiert. Als Prognose für die neue Straße werden 5000 Fahrzeuge pro Tag angegeben. Bürgermeister Schulz setzt darauf, dass dann vor allem die Laster nicht mehr durch das Dorf rollen. "Der Schwerlastverkehr im Ort nimmt immer mehr zu", berichtet er. Dazu tragen seiner Meinung nach zahlreiche Brummifahrer bei, die die Autobahnen wegen der Mautpflicht meiden und auf Nebenstrecken ausweichen.

Der neue Steinweg hat zudem einen wichtigen touristischen Aspekt. Gleich neben dieser Straße entsteht ein kombinierter Rad- und Gehweg. Da auch parallel zur B 321 zwischen Pampow und Warsow endlich ein Radweg errichtet werden soll, wird so eine Lücke im Radwegenetz geschlossen. An der Kreisstraße nach Stralendorf gibt es bereits einen Radweg.

Am Anfang und am Ende des neuen Steinweges entstehen übrigens Kreisel, die für einen ruhigen und unfallfreien Verkehrsfluss sorgen sollen.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Jun.2011 | 06:42 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen