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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 04:55 Uhr

Kritik an Schwerin : Outlet-Center spaltet die Region

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürgermeister von Holthusen und Pampow: Schwerin sollte sich nicht isolieren und muss für die Entwicklung ganz Westmecklenburgs eintreten

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Ein Outlet-Center in Wittenburg oder doch in Schwerin? Zugegeben: Die Diskussion ist sehr theoretisch. Denn die derzeitige Raumplanung des Landes lässt die Eröffnung eines solchen Einkaufsparadieses in Wittenburg gar nicht zu. Und für Schwerin ist noch gar kein Investor in Sicht. Dennoch gibt es handfesten Streit unter den Politikern in Westmecklenburg, wo – falls überhaupt – sich ein Outlet-Center ansiedeln sollte. Schwerin ist in der Debatte schon weit vorgeprescht: Die Stadtvertreter haben den Oberbürgermeister mehrheitlich beauftragt, beim Land Widerspruch gegen ein Outlet-Center in Wittenburg anzumelden (SVZ berichtete).

Ein absolut falsches Signal für die Stadt-Umland-Beziehungen in der Region, sagen Marianne Facklam und Hartwig Schulz, Bürgermeister von Holthusen und Pampow.

„Wir würden uns wünschen, dass die Stadtvertretung sich noch mal mit der Thematik befasst und die Diskussion versachlicht“, sagen die Bürgermeister, die in der Vergangenheit schon des Öfteren das Schweriner Veto bei der Entwicklung ihrer Gemeinden im Süden Schwerins beklagen mussten. „Und wir würden uns wünschen, dass der Landrat unseres Kreises Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des regionalen Planungsverbandes die Diskussion im Planungsverband überhaupt erst mal anstößt.“

Für Facklam und Schulz steht fest: „Ein Outlet-Center gehört nicht in die Stadt.“ Auch wenn der angedachte Standort am Stadtrand liege. Schon die Verkehrsanbindung sei nicht dafür ausgelegt, reibungslose Zufahrten zu haben. Ein Outlet-Center gehöre in die Nähe der Autobahn. Nur so könne es funktionieren und für den ganzen Einzugsbereich ein Gewinn sein. Dabei dürfe auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich das Kaufverhalten ändert. Das Schlosspark-Center werde vermutlich nicht sehr darunter leiden, diese Atmosphäre würde in einem Outlet-Center zumeist nicht erreicht.

„Die Bedingungen für eine Ansiedlung in Wittenburg sind ungleich besser“, sagen Facklam und Schulz. „Hier gibt es touristische Substanz, die dadurch unbestritten einen Aufschwung nehmen wird. Das könnte eine echte Erfolgsgeschichte werden. Kultur, Sport, Gastronomie, Trendsportarten, Unterhaltung, Ausgangspunkt für Besuchsfahrten in alle Himmelsrichtungen, auch nach Schwerin. Und endlich in der Nähe ein Spaßbad oder eine Therme. Wir wünschen uns sehr, dass es noch entscheidungsfreudige Beamte in der Regionalplanung gibt, die die Realitäten anerkennen.“

Die beiden Komunalpolitiker appellieren deshalb auch an die Stadtvertreter der Landeshauptstadt, das Thema nochmals zu bewerten: „Sie leben nicht auf einer Insel oder sind von rot-weißen Balken mit Schilderhäuschen umgeben. Das Große und Ganze funktioniert nur miteinander. Wir leben alle gut davon, wenn wir uns als Region verstehen. Es passt nicht mehr in die Zeit, nur bis zum Gartenzaun zu denken. Gönnen Sie der Stadt Wittenburg das Outlet-Center und befördern Sie die Aufnahme des historischen Stadtensembles Schwerin in die Weltkulturerbeliste.“

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