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Schweriner Wirtschaft : Outlet-Center bewegt Schweriner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Wittenburg Village“ sorgt in der Landeshauptstadt für Kontroversen: Bürger begrüßen Pläne, Politik und Wirtschaft sind skeptisch

von
erstellt am 28.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Ein Factory Outlet Center mit 80 Shops und 4000 Marken, außerdem ein Feriendorf mit Hotelneubau, 130 Ferienhäusern, Schwimm- und Spaßbad sowie zahlreichen weiteren Freizeitangeboten – die Pläne der Investoren für „Wittenburg Village“ sind gigantisch. Wenn alle Planungshürden genommen werden, könnte das Objekt bei der Skihalle an der Autobahn 24 im Jahr 2019 eröffnet werden, sagt Volker Wünsche, Sprecher der Van-der-Valk-Gruppe in Deutschland. Bei den Schwerinern ist die Vorfreude schon jetzt groß, wie unsere Umfrage zeigt. In Politik und Wirtschaft überwiegen aber die skeptischen Töne.

Festgelegt hat sich beispielsweise bereits die CDU-Fraktion in der Stadtvertretung. „Das geplante Factory Outlet Center hat negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in Schwerin. Es ist zu befürchten, dass Geschäfte schließen müssen und ohnehin knappes qualifiziertes Personal aus unserer Stadt abgeworben wird“, erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher, Sven Klinger. Die Stadt werde dem Projekt in ihrer Stellungnahmen wahrscheinlich widersprechen, kündigt Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum an. Grund: Durch das geplante Outlet-Center mit seiner touristischen Rundumversorgung werde einerseits die Kaufkraft in Schwerin geschwächt, andererseits kein zusätzlicher Kunde in die Landeshauptstadt gelockt.

„Der Mann fährt Ski, die Frau geht Shoppen, abends genießen beide Wellness im Feriendorf“ – und Schwerin schaue in die Röhre. Auch Klaus Banner, Manager des Schlosspark-Centers, sieht die Pläne für „Wittenburg Village“ aus Sicht der Landeshauptstadt mit gemischten Gefühlen. Der Einzelhandel in der gesamten Region werde die Auswirkungen des Outlet-Centers zu spüren bekommen, prophezeit er. Und Angela Hinze, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Altstadt, mahnt: „Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.“

Es gibt aber auch Stimmen, die in der geplanten Ansiedlung in Wittenburg eine Herausforderung sehen, der sich Schwerin, ja die gesamte Region stellen müsse. „Wir bekommen einen zusätzlichen Wettbewerber“, sagt Henner Schacht, Manager der Marienplatzgalerie. „Wittenburg Village“ werde Schwerin nicht in eine wirtschaftliche Notlage bringen. Es komme allerdings darauf, die Stadt stark zu machen und nicht schwach zu reden, so Schacht. „Die Händler müssen die Kunden neugierig machen.“

Zur Gelassenheit rät Ilka Rohr, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Schwerin. Beim Planungsverfahren könnten alle Bedenken zum Projekt vorgetragen werden, werde überprüft, ob sich die angestrebte Dimension von Outlet und Feriendorf mit den Gegebenheiten in der Region vertrage.

Factory Outlet Center könnten eine ganze Region durchaus voranbringen, sagt Stefanie Scharrenbach, Geschäftsbereichsleiterin für Internationale Standortpolitik bei der Schweriner IHK. Entscheidend sei, das Vorhaben regional gut anzubinden.

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