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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 17:57 Uhr

Schwerin : Ortsbeiräte fordern Hundewiesen

vom

Während die Stadtverwaltung alle Hunde in Schwerin mit einer Verordnung an die Leine legen will, wird in Schwerins Ortsbeiräten die Forderung nach Hundewiesen immer lauter. Doch geeignete Standorte zu finden ist schwer.

svz.de von
erstellt am 06.Apr.2012 | 04:03 Uhr

Schwerin | Während die Stadtverwaltung alle Hunde in Schwerin mit einer Verordnung an die Leine legen will, wird in Schwerins Ortsbeiräten die Forderung nach Hundewiesen immer lauter. "Leinenzwang im ganzen bebauten Stadtgebiet ist gut, aber mir tut jeder Hund leid. Wir brauchen Hundewiesen", sagt Stev Ötinger, FDP-Stadtvertreter und Vorsitzender des Ortsbeirats Großer Dreesch. "Es fehlen Hundespielplätze", sagt Steffen Wehner, Vorsitzender des Ortsbeirates Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg. "Wo gibt es genügend Freilaufflächen, ohne dass die Halter lange Wege zurücklegen müssen", fragt Sibylle Gerner, Vorsitzende vom Ortsbeirat Friedrichthal.

Die Verwaltung hat die auslaufende Hundeverordnung überarbeitet. Derzeit debattieren die Fachausschüsse in Schwerin über das Papier, das nun einen generellen Leinenzwang für das gesamte bebaute Stadtgebiet vorsieht. "Damit wird endlich umgesetzt, was unser Ortsbeirat seit zwei Jahren für die Weststadt fordert", sagt Vorsitzender Peter Schult. Im Jahr 2007 hatte die Landeshauptstadt schon einmal den Leinenzwang verschärft. "Der gilt derzeit in einem 50-Meter-Streifen rund um den Lankower See, das reicht uns aber nicht", so Schult weiter. Generell begrüßen auch andere Ortsbeiräte die neue Hundeordnung. "Menschen mit Angst vor Hunden fühlen sich dann sicherer", sagt Ötinger. Er hege allerdings Sympathien für beide Seiten - Hundebesitzer und Schweriner , die sich von den Tieren gestört fühlen, - weshalb ausgleichende Auslaufflächen geschaffen werden müssten. Doch schon im Jahr 2010 teilte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow mit, dass nach Prüfungen kein Standort gefunden werden könne, der allen Interessen und Bedürfnissen ausreichend Rechnung trage. Die Verwaltung hatte vergeblich eine Reihe möglicher Standorte geprüft. Dabei seien Interessen der Hundebesitzer, aber auch der Anwohner beachtet worden - auch hinsichtlich der Geruchs- und Lärmbe lästigung. Die Leidtragenden fehlender Hundewiesen im Innenstadtbereich sind nach Auffassung von Wehner vor allem die Kinder. Hundehalter würden ihre Tiere auf Spielplätzen frei laufen lassen, auf denen sich "die Tiere erleichtern". Verbotsschilder würden nicht ausreichen. "Den Slalom um die Haufen kennt ja jeder", so der Vorsitzende. Und am Wochenende scheinen die Hundehalter in den Stadtrand auszuweichen, beispielsweise nach Friedrichsthal. "Hundebesitzer aus der Stadt reisen zu uns, um die Hunde im Wald laufen zu lassen", sagt Sibylle Gerner. Die Folge seien zahlreiche Hundehaufen.

Weststadt: "Jetzt liegt der Kot in Plastik verpackt im Gebüsch."

Eine mögliche Abhilfe sollen 80 Beutelspender im Stadtgebiet schaffen. Sie bieten Tüten an, in denen Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners entsorgen sollen. Doch viele verstehen das Angebot falsch. In der Weststadt würde der Hundekot "jetzt in Plastik verpackt" im Gebüsch liegen, sagt Schult. "Die Halter räumen die Haufen weg und schmeißen sie dann abseits des Weges weg. Das ist auch keine Lösung."

Auch die neue Verordnung wird daran voraussichtlich nichts ändern. So lange diese nicht konsequent durchgesetzt werde, "ist sie nichts Wert", sagt Wehner. Doch entgegen genereller Annahmen erhöhte die Stadt die Kontrollen von Hundehaltern. Im Jahr 2010 überprüften Mitarbeiter des Ordnungsdienstes 999 Mal Herrchen und Frauchen beim Gassigehen - ein drastischer Anstieg gegenüber 167 Kontrollen im Vorjahr und 309 im Jahr 2008. Das Ergebnis waren 25 Verfahren wegen des Verstoßes gegen Leinenzwang und sechs wegen liegengelassener Kothaufen. Und die Stadt wird den Kontrolldruck beibehalten müssen, denn in Schwerin kommen laut Statistik immer mehr Menschen auf den Hund: Waren in der Landeshauptstadt 2009 noch 2680 Vierbeiner gemeldet, lebten ein Jahr später schon 2803 Hunde in Schwerin.

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