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Gemischte Bilanz : Ordnungsdienst: Geliebt und gehasst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit zehn Jahren gibt es in Schwerin den Kommunalen Ordnungsdienst, kontrollieren kann der aber nur noch punktuell in der Innenstadt

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 22:00 Uhr

Sie sind wohl die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit dem schlechtesten Ruf: die Angestellten im Kommunalen Ordnungsdienst. Der hat gerade sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass hat der zuständige Ordnungsdezernent Wolfram Friedersdorff seinen Mitarbeitern aber ein gutes Zeugnis ausgestellt. „Sie sind bei geringer Bezahlung bei Wind und Wetter unterwegs und haben trotzdem keinen erhöhten Krankenstand. Die Kollegen kommen gern zum Dienst und fühlen sich von der Verwaltung akzeptiert.“ Und für Friedersdorff sind in den vergangenen zehn Jahren auch einige Erfolge erzielt worden. „Es gibt weniger Hundehaufen in der Stadt.“ Nicht überall, muss der allerdings Ordnungsdezernent bekennen. „In der Feldstadt gibt es noch Probleme vor allem mit großen Hunden.“ Und überall in der Stadt mit weggeworfenen Zigarettenkippen. „Wir brauchen insgesamt ein besseres Klima in Schwerin, so dass sich die Bürger selbst für mehr Sauberkeit einsetzen.“

Eine große Akzeptanz des Ordnungsdienstes konstatiert Wolfram Friedersdorff bei den Autofahrern. „Die Situation beim ruhenden Verkehr hat sich verbessert.“ Doch auch hier gibt es schwarze Schafe: „Handwerker und Paketzusteller stehen mit ihren Fahrzeugen immer noch viel zu häufig auf dem Bürgersteig oder im Halteverbot.“

Zwei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes sind auf Baustellenkontrollen spezialisiert. Sie schauen auch, ob Straßenreinigung und Schneeräumung klappen. Ausgiebige Kontrollen kann der Ordnungsdienst allerdings nur noch in der Innenstadt durchführen. In die Stadtteile am Rande verschlägt es ihn nur selten. Denn es sind insgesamt acht Stellen unbesetzt. „Wir müssen uns deshalb im Wesentlichen auf den ruhenden Verkehr konzentrieren“, bekennt Friedersdorff.

Das sorgte gerade erst für Kritik aus der Stadtvertretung. Die Unabhängigen Bürger hatten schon gefordert, bestimmte Aufgaben des Ordnungsdienstes an Privatfirmen zu vergeben, waren damit aber gescheitert. „Momentan ist die Gefahr, für ordnungswidriges Verhalten in Schwerin persönlich gerade stehen zu müssen, sehr gering“, hatte daraufhin UB-Fraktionschef Silvio Horn konstatiert(SVZ berichtete).

Die Bürger sind geteilter Meinung zum Kommunalen Ordnungsdienst. Den einen verteilen die Mitarbeiter zu viele Knöllchen, den anderen kontrollieren sie zu wenig. Zu diesen gehört Arnold Lehmann. Er wohnt in der Lübecker Straße zwischen der Wittenburger und der Arsenalstraße. „Hier rasen die Autos zu jeder Tages- und Nachtzeit durch. Das ist die reinste Rennstrecke.“ Lehmann hat deshalb schon mehrfach Kontakt zum Ordnungsamt gesucht. Die Auskunft dort: Es dauere mindestens ein halbes Jahr, bis eine Kontrollstelle gefunden und eingemessen sei. Außerdem fehle das Geld. Eine Antwort, die Arnold Lehmann nicht zufrieden stellt. „Wir brauchen eine schnelle Veränderung.“

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