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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 17:16 Uhr

Jubiläum: : Ordensritter machten Kraak groß

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor 700 Jahren ließen sich Johanniter am Mühlenbach nieder und gründeten eine Komturei – das feiert die Gemeinde am Sonntag

svz.de von
erstellt am 14.Mai.2015 | 23:33 Uhr

Über das alte Ordenshaus ist schon lange Gras gewachsen. Wann es verschwunden ist, weiß niemand so genau. Auch nicht Frieda Langner. Dabei weiß die 76-Jährige eine ganze Menge über die Geschichte des Dörfchens Kraak. Ein Dorf, das wohl niemals so um die alte Wassermühle entstanden wäre, wenn sich nicht vor 700 Jahren die Ritter des Johanniter-Ordens am Mühlenbach niedergelassen hätten.

„Da vorne, da stand das Komturats-Haus“, sagt Frieda Langner und zeigt auf eine Wiese unweit der alten Johanniterkirche. Johanniterkirchen, davon gibt es nicht viele in MV. In Groß Eichsen und Mirow an der Seenplatte stehen welche. Und in Sülstorf. „Gebaut im Jahr 1217“, weiß Frieda Langner. 98 Jahre später hatten die Johanniter ihre Komturei im nahe liegenden Kraak errichtet. Und in den Jahrzehnten danach bauten sie dort auch eine Kirche.

Frieda Langner steht vor dem großen Schnitzaltar in der Kirche, die ihr so vertraut ist. Hier wurde sie konfirmiert, hier wurde sie getraut, hier führt sie immer wieder Gäste umher, um ihnen die Sehenswürdigkeiten in der steinalten Kirche zu zeigen. Die barocke Kanzel ist ein Blickfang. Fast 320 Jahre ist sie alt. Von ihr predigt aber niemand mehr, denn es knackt im Holz. „Der Altar wurde im 15. Jahrhundert gebaut. In der Mitte des Altars sind Maria als Mondsichelmadonna, der Evangelist Johannes und Johannes der Täufer, der Schutzpatron der Johanniter, zu sehen“, weiß die Kraakerin. Vor diesem Altar musste sich in der Reformationszeit Ordensbruder und Primarus Hans von Rohr nach der Erstürmung von der Kirche zu Kraak ergeben, als die Herzöge von Mecklenburg Hand an die Komturei legten. Mit der Säkularisierung fielen die Ordensbesitzungen 1552 dann an den Landesherren.

„Die Kirche ist sehr sehenswert“, sagt Pastorin Beate Reinhard. Aber ganz saniert ist sie noch nicht. Für die Dachausbesserung werden Spenden gesammelt und irgendwann sollen auch wieder die Wandmalereien freigelegt werden, die noch unter weißem Kalkanstrich verborgen liegen. Pastorin Reinhard ist in Vertretung in der Kirchengemeinde Uelitz und bereitet das 700-jährige Jubiläum des Wirkens der Johanniter in Kraak vor. Am Sonntag, 16. Mai, um 15 Uhr, gibt es in der Kirche ein Programm unter anderem mit Musik des „Chores der Chorleiterinnen“, Texten und Infos zur Geschichte der Johanniter im Ort. Beim gemütlichen Zusammensein wird danach ein Gläschen Johanniterwein eingeschenkt.

Unter dem Dach des Johanniterordens finden sich heute ambulante soziale Dienste, stationäre Alteneinrichtungen, Hospitale und Kinder- und Jugendeinrichtungen. Eine Dependance in Kraak gibt es nicht.

Aber Berührungspunkte hat Kraak mit den Johannitern immer noch. „Die Subkommende West-Mecklenburg/Schwerin hat sich bei mir gemeldet und sich für das Jubiläum interessiert“, erzählt Pastorin Beate Reinhard. Und Mitglieder der Subkommende Detmold hat die Kirche vor einiger Zeit besucht. Frieda Langner hat den Gästen alles gezeigt, denn über das zur Gemeinde Rastow gehörende Kraak, da weiß sie viel zu berichten.

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