Liessow : „Opa Edu“ ist im Fußballfieber

Das runde Leder hat es Eduard Frindt angetan. Seit vielen Jahren sorgt der Liessower für gute Spielbedingungen.
Das runde Leder hat es Eduard Frindt angetan. Seit vielen Jahren sorgt der Liessower für gute Spielbedingungen.

Eduard Frindt ist der Herr über die Bolzplätze in Retgendorf, Cambs und Leezen

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02. Februar 2018, 14:00 Uhr

An sein letztes Tor kann sich Eduard Frindt nicht mehr erinnern. „Das ist Ewigkeiten her“, sagt der Liessower. Aber die Liebe zum Fußball, die ist noch so groß wie am ersten Tag. Denn es gibt wohl kaum ein Wochenende, an dem er nicht am Fußballfeld steht oder in der kalten Jahreszeit in den Hallen das runde Leder verfolgt. Aber nicht nur zwei Halbzeiten Spannung und reichlich Torjubel sind sein Element. Auch die Arbeit drum herum ist Frindt nicht fremd. Im Gegenteil. Der Liessower ist die sprichwörtliche gute Seele der Spielvereinigung Cambs-Leezen. Die Nachwuchskicker nennen ihn liebevoll „Opa Edu“. Nicht nur in seiner Heimatgemeinde pflegt er seit Jahrzehnten den Retgendorfer Sportplatz, auch in Cambs und Leezen sorgt er auf den Spielfeldern für die richtige Rasenhöhe und streut vor jedem Spiel den Platz ab. Pünktlich zu jedem Anpfiff ist Eduard Frindt auf seinem Stammplatz am Spielfeldrand. Davon hält ihn selbst der eigene Geburtstag nicht ab: „Das wird nachgefeiert. Spiele sind wichtiger.“

Nun als Rentner sei mehr Zeit für den Fußball. Ärger mit der Familie gibt es nie. „Meine Frau Ursula ist Gold wert. Sie mosert nie, wenn der Fußball mich ruft.“ Auch, dass der heimische Rasenmäher ihm fremd ist, sei kein Problem: „Zu Hause macht das Ursula, da darf ich gar nicht ran.“

Von den Gemeindevertretern in Dobin am See wurde der 71-Jährige für sein Engagement ausgezeichnet. Ehrenamtlich kümmert er sich um die Plätze in Cambs und Retgendorf. „Ich mache das gerne. Das ist auch gut für mich“, sagt Eduard Frindt und verweist auf die Worte seines Hausarztes: „Immer in Bewegung bleiben“, lautet dessen Mantra. Und ist auf den Fußballplätzen mal nichts zu tun, dann warten die kleinen Kicker auf ihren „Opa Edu“: Sieben Nachwuchsmannschaften gibt es in der Spielvereinigung Cambs-Leezen. Eduard Frindt unterstützt sie als Betreuer und ist immer da, wenn es um die Organisation von Turnieren geht: „Traurig ist nur, dass es von kommunaler Seite so wenig Unterstützung gibt“, sagt er und erzählt von Hallenmieten bis zu 2000 Euro für ein Wochenende. „Das fördert keine Vereinsarbeit“, schiebt er wütend hinterher.

Denn dass es auch anders geht, wisse Frindt aus benachbarten Gemeinden. Selbst an die Bildungsministerin hat er sich gewandt. Bis heute wartet Eduard Frindt auf eine Antwort. Vergebens. Mehr Verlass sei hingegen auf seinen Freund Fußball. Am Sonnabend reisen die Männer nach Crivitz, am 9. Februar geht es ins Trainingslager, und ernst wird es am 24. Februar. Dann ist das erste Spiel in Leezen. Dann ist der Liessower wieder gefragt. Spielfeld abstreuen. Am Spielfeldrand stehen. Daumen drücken. Und wenn die Jungs verlieren, für Aufmunterung sorgen. „Wir wissen, dass wir auch mal was auf die Mütze bekommen können. So ist das im Fußball. Eben wie im echten Leben“, sagt Eduard Frindt.

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