Zu viele Katzen : „Ohne Kastration geht es nicht“

Suchen ein neues Zuhause: 48 Katzen warten im Schweriner Tierheim auf liebevolle Familien. Die drei Samtpfoten hier sind sehr zahm. Namen haben sie keine, sie laufen unter Nummern.
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Suchen ein neues Zuhause: 48 Katzen warten im Schweriner Tierheim auf liebevolle Familien. Die drei Samtpfoten hier sind sehr zahm. Namen haben sie keine, sie laufen unter Nummern.

Schweriner Tierschützer sind sich einig: Um Herr der Lage werden zu können, müssen freilaufende Katzen operiert werden

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26. März 2015, 08:00 Uhr

Schon von weitem erkennen sie sie. Die Samtpfoten schnurren. Miauen. Räkeln sich. Wenn Ilka Dittberner das Außengehege des Tierheims betritt, wollen sie gestreichelt werden. „Manche von ihnen sind wahre Schmusetiger“, erzählt die Leiterin des Schweriner Tierheims mit sanfter Stimme.

48 Stubentiger und auch Freigänger leben zur Zeit im Tierheim in Warnitz. Und nicht alle sind richtig zahm. „Wir haben auch einige Katzen, die eher wild sind“, berichtet die Tierfreundin. Immer wieder würden besorgte Schweriner anrufen und nach Hilfe fragen. „Es gibt einfach zu viele wilde Katzen in der Stadt“, erzählt Dittberner mit ernster Miene. Aber alle könnten sie im Tierheim nicht aufnehmen, denn die Katzen müssen vermittelbar sein, unterstreicht die Tierheimleiterin.

Schon seit 1995 kastriert das Tierheim alle weiblichen Katzen. „Aber nicht nur unsere hier im Heim, sondern auch immer wieder wilde“, berichtet Dittberner. Denn nur so könne man Herr der Lage werden. „Wir müssen die Population von wilden Katzen in Schwerin eindämmen. Und das geht nur mit einer Kastrationspflicht für alle Katzen, die sich draußen aufhalten“, sagt Dittberner. Aber sie weist auch darauf hin, dass die Umsetzung sehr schwierig sei. Denn wie solle man alle Katzenhalter überprüfen? „Es ist einfach auch eine Kostenfrage. Nicht jeder kann es sich leisten“, fügt Dittberner an. Eine Kastration koste oft um die 100 Euro für ein weibliches Tier.

Eine Investition, die sich lohnt, findet Jürgen Hamann vom Projekt Kitty. „Wir hoffen sehr, dass die Kastrationspflicht endlich durchgesetzt wird“, erzählt der Tierschützer. Denn Katzen können bis zu 20 Jahre alt werden. Sie bekommen zweimal im Jahr fünf bis sechs Junge. „Ohne Kastration geht es nicht“, meint Hamann.

Nicht zu vergessen sei aber auch, dass es ohne wilde Katzen viel mehr Mäuse und Ratten in der Stadt gäbe. „Es gibt immer zwei Seiten der Medaille“, sagt Ilka Dittberner. Ohne Zweifel gäbe es aber zu viele streunende Katzen in Schwerin.

Etwa 416 Streuner gibt es in Schwerin. Das „Projekt Kitty“ kümmert sich rührend um die Vierbeiner, fordert aber eine Kastrationspflicht:

Posted by Zeitung für die Landeshauptstadt - News aus Schwerin & Umgebung on Dienstag, 24. März 2015
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