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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 23:25 Uhr

Freiwillig Lernen : Ohne Abschluss kein gutes Geld

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Immer mehr Schweriner nutzen den zweiten Bildungsweg und holen sich bei der Volkshochschule die Berufsreife oder Mittlere Reife

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 16:00 Uhr

In den Klassenräumen der Volkshochschule auf dem Dreesch, wo der Unterricht zur Erlangung der Schulabschlüsse stattfindet, wird es eng. Insgesamt 117 junge Frauen und Männer haben sich zum Schuljahresbeginn eingeschrieben, um die Berufsreife oder die Mittlere Reife auf dem zweiten Bildungsweg zu erwerben – so viele, wie nie zuvor.

Susanne Kapellusch, die Leiterin des Fachbereichs, freut sich über den Zustrom. Und sie kann auch erklären, woher er kommt: „Die jungen Leute haben die bittere Erfahrung gemacht, dass sie ohne Schulabschluss nicht weit kommen im Berufsleben. Wer vorankommen will, braucht den Abschluss“, betont Kapellusch.

Diese Selbsterkenntnis der Schüler hilft auch ihren Lehrern. Denn die jungen Leute wollen lernen, sie kommen freiwillig und sind wissbegierig. Es ist nicht die Schulpflicht, die sie in die Unterrichtsräume treibt, sondern ein selbst gewählter Lernabschnitt. Denn sie haben unübersehbare Defizite, vor allem in Deutsch und Mathe. Und die bekommen sie im Alltag, vor allem wenn es um Ausbildung oder Arbeit geht, schmerzlich zu spüren. Deshalb such sie Hilfe in der Erwachsenenbildung der Volkshochschule – und finden sie auch.

„Bei uns unterrichten gute, erfahrene Lehrer. Sie können sehr individuell auf den jeweiligen Schüler zugeschnitten fördern und fordern. Viele sind Vorruheständler und wollen gern, fernab vom früheren Schulstress, noch unterrichten. Sie freuen sich richtig auf die Volkshochschule, haben Spaß daran. Das ist gut für die Lernatmoshäre in den Klassen“, berichtet die Leiterin des Fachbereichs. Außerdem fülle die Volkshochschule so noch eine zusätzliche Brückenfunktion aus: Sie verbinde Generationen.

Seit September kann die Schweriner Bildungseinrichtung dank Förderung erstmals kostenlos den Lehrgang zum Erreichen der Berufsreife – früher war das der Hauptschulabschluss – anbieten. Das entlastet die jungen Leute finanziell, die oft aus sozial benachteiligten Verhältnissen kommen. Geplant ist, die Lehrgänge für die Mittlere Reife vom Schuljahr 2015/16 an ebenfalls gebührenfrei anzubieten.

Die hohe Qualität des Unterrichts an der Schweriner Volkshochschule – „von den Schülern, die diszipliniert lernen und es bis zu den Prüfungen durchhalten, schaffen auch fast alle den Abschluss“, sagt Susanne Kapellusch – strahlt in die ganze Region aus. Rund 30 Prozent der Teilnehmer kommen mittlerweile aus dem Umland, Tendenz: steigend.

 

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