Weltkulturerbe Schwerin : Offizierscasino wird gerettet

20 Jahre stand das Haus leer.
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20 Jahre stand das Haus leer.

SVZ stellt in einer Serie die einzelnen Teile des Residenzensembles vor – Teil 21: Offizierscasio. Der Repräsentative Militärbau schließt die Sichtachse vom Schloss über den Kreuzkanal zum Artillerieberg ab und wird jetzt Firmenzentrale

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13. Juni 2016, 05:00 Uhr

Die Hauptsichtachse vom Schloss nach Süden über den Kreuzkanal wird vom Offizierscasino abgeschlossen. Das markante Gebäude auf dem Artillerieberg war 1900 für die Offiziere des Mecklenburgischen Feldartillerieregiments 60 erbaut worden, das in den benachbarten Kasernen, der so genannten Alten und der Neuen Artilleriekaserne, untergebracht war.

Gemeinsam mit dem Bau der Neuen Artilleriekaserne entstand nach Plänen des preußischen Baurats Oscar Wutsdorff die Offiziers-Speiseanstalt im Stil der Neorenaissance unter Verwendung von Elementen des mecklenburgtypischen Johann-Albrecht-Stils. Kern des Gebäudes war der exklusive Speisesaal, in der die gesamte Regimentsführung gemeinsam speiste. Er bot Platz für 56 Offiziere und Gäste. Im Keller waren die Wirtschaftsräume und die Frühstückstafel untergebracht, im Obergeschoss wohnte der Verwalter. Der Turm mit Belvedere bot Zugang zu allen Etagen und einen fantastischen Rundblick. Von der Terrasse an der Hinterfront konnten die Offiziere den Exerzierplatz im Auge behalten.

Bis 1945 nutzten Offiziere der in den benachbarten Kasernen stationierten Einheiten das Gebäude weiter als Casino. Auch danach blieb der Komplex bis zum Abzug der sowjetischen Truppen 1992 ununterbrochen in militärischer Nutzung. Später kam das Casino in Privatbesitz, stand mehr als 20 Jahre leer und verfiel zusehends.

Dann kam Dr. Karl Werner, Geschäftsführer der Hydraulik Nord Unternehmensgruppe, und hatte eine Idee: „Wir wollen den Sitz unseres Unternehmens nach Schwerin verlagern und haben dafür ein repräsentatives Gebäude gesucht. Die Wahl fiel auf das Offizierscasino, das wir durch die geplante Sanierung vor dem Verfall bewahren.“ Um zu retten, was zu retten war, und zugleich das alte Haus für eine moderne Nutzung herzurichten, hatte es langwierige Kompromissverhandlungen mit der Denkmalpflege gegeben, die schließlich erfolgreich verliefen. Seit einem Jahr wird nun saniert. Unter das gesamte Gebäude wurde ein Betonfundament gezogen. Die Decken werden aus Stahlbeton neu eingezogen, der Dachstuhl komplett erneuert.

Vom Keller bis zum Dach sollen künftig vier Etagen Platz für Büros und Versammlungsräume bieten. Die prägenden Elemente indes sollen erhalten bleiben: die Schaufassade, die Terrassen, der Turm mit Eisentreppe, die beiden Treppenhäuser, die drei Hauptschiffe, der alte Baumbestand, die zentrale Auffahrt. Mitte 2017 will Hydraulik Nord einziehen.

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