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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 17:52 Uhr

Frische Früchte : Obst von Stralendorfer Plantagen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sauerkirschernte geht zu Ende, jetzt sind Helfer beim Pflaumenpflücken willkommen. Schulklassen unterstützen den Betrieb

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Die Sauerkirschenernte geht zu Ende. Pflücker aus der Region haben dabei mitgeholfen, sagt Obstbau-Chef Walter Strube. Die meisten Saisonkräfte würden für den eigenen Bedarf ernten und daraus etwa Marmelade oder Gelee machen. Nicht wenige frieren das Obst ein. Auch das Einwecken scheint wieder in Mode gekommen zu sein. Aus den ersten frischen Früchten – ob von Erdbeeren oder Sauerkirschen – werden aber meistens Torten gebacken. Das zumindest würden ihm die Kunden immer wieder sagen, so Strube. Die Erträge bei den beiden Kulturen seien durchschnittlich.

Angefangen hat schon die Pflaumenernte, dafür sind Helfer wieder willkommen. Und auch die ersten Äpfel wie Sommerscheiben oder Helios werden bereits von den Bäumen geholt. Weil auch die Kleingärtner feste beim Ernten sind, nimmt Stralendorf ab sofort wieder Industrieäpfel an. Sie sind für die Saftproduktion bestimmt.

Bei der Apfelernte, konkret beim Sammeln der heruntergefallenen Früchte, erhält der Obstbau Unterstützung von Schulklassen aus Schwerin, Wittenburg, Gadebusch und den Dörfern der Region. Ab September geht es wieder los. Die Klassen, mittlerweile sind es mehr als 40 jedes Jahr, bessern so ihre Klassenkasse auf.

Rund 500 Hektar bewirtschaftet der Obstbau Stralendorf: in Wittenburg, in Ruthen bei Lübz und in Stralendorf. Aber nur auf 180 Hektar stehen Obstbäume, zusätzlich gibt es eine eher bescheidene Erdbeerfläche. „Erdbeeren sind die ersten roten Früchte, auf die sich hierzulande jeder freut. Das merken wir auch bei den Pflückern, die dann zu uns kommen“, weiß Strube. Darüber hinaus werden auf den Plantagen Süß- und Sauerkirschen, Pflaumen, Birnen und Äpfel geerntet. Der größte Posten dabei sind Kirschen.

Dem Trend der Zeit folgend, bietet der Obstbau auch selbst gemachte Marmeladen an, darunter zum Beispiel die „Stralendorfer Früchtchen“. Jedes Jahr kommen so an die 1000 Gläser zusammen. „Wir haben eine Köchin in Wittenburg, die die Marmelade nach Hausmacherart einkocht.“ Sie füllt auch Honig in Gläsern ab. Denn an allen drei Standorten werden auf den Plantagen Bienen gehalten. Mehr oder weniger zwangsläufig, so Strube. Würde er keine Bienen halten, müsste er andere Profi-Imker bitten, ihre Beuten während der Blütezeit zwischen den Obstbaumreihen aufzustellen. Dafür aber sei dann eine Prämie fällig. Insgesamt hält der Obstbau 200 Völker. Sie produzieren im Jahr sechs Tonnen Honig, der über die drei Hofläden in Stralendorf, Wittenburg und Ruthen verkauft wird.

Der Obstbau Stralendorf bewirtschaftet seine Flächen nach Maßstäben des integrierten und kontrollierten Anbaus, erklärt dessen Chef. Das sei die zielgerichtete Weiterentwicklung umweltschonender Anbauverfahren.“ So werden natürliche Helfer mit eingesetzt, also in die Erzeugung „integriert“. Früher wurde mehr gespritzt, heute würden tierische Nützlinge bei der Schädlingsbekämpfung helfen. Strube: „Wir haben jede Menge Nistkästen für Vögel errichtet und zusätzlich Sitzgelegenheiten für Greifvögel geschaffen, die Schädlinge wie Raupen oder Feldmäuse wegfangen“, erklärt Strube. Und Marienkäfer und andere Nützlinge wie Schwebfliegen, Raubwanzen und Schlupfwespen vertilgen Blattläuse.

Trotzdem: Ganz ohne Pflanzenschutzmittel geht es nicht, betont der Obstbau-Chef. Denn Maden in Kirschen oder Äpfeln möchte keiner haben. Seine Devise lautet: Nur so viel Pflanzenschutzmittel einzusetzen wie nötig ist. „Die Mittel sind teuer, allein deshalb schon gehen wir damit sehr bewusst und kontrolliert um.“

Das Unternehmen baut aber auch Getreide für Kleintierhalter an, es hält für die Weihnachtszeit Gänse und Enten und Damwild im Gehege. Denn gerade in der Vorweihnachtzeit sei bei Kunden Wild gefragt. Und nach wie vor ist der Obstbau Stralendorf Partner der Kleingärtner: Er bietet Lehrgänge für Pflanzenschutz, für Baumschnitt und für die Bedienung von Motorkettensägen an, zählt der Chef auf.

Zweimal im Jahr – im Sommer und in der Vorweihnachtszeit – wird zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

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