Schwerin : Obotritenring-Ausbau in weiter Ferne

Nur zwischen Bürgermeister-Bade-Platz und Güterbahnhofstraße soll der Obotritenring 2013 ausgebaut werden.Klawitter
Nur zwischen Bürgermeister-Bade-Platz und Güterbahnhofstraße soll der Obotritenring 2013 ausgebaut werden.Klawitter

Die Stadt Schwerin baut den Obotritenring zwischen Badeplatz und Güterbahnhofstraße vierspurig aus. Der Bereich bis zur Beltzstraße folgt frühestens 2018.

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05. November 2012, 07:14 Uhr

Weststadt | Noch am 2. Oktober hatte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow zur Vorstellung des Haushaltes 2013 in einer Pressemitteilung erklärt: "Für die Schwerinerinnen und Schweriner sollen 2013 folgende Investitionen sichtbar werden: … der Abschluss des vierspurigen Ausbaus des Obotritenringes…" Das ist heute schon nicht mehr wahr. Das Teilstück zwischen der Eisenbahnunterführung am Bürgermeister-Bade-Platz und der Robert-Beltz-Straße wird frühestens 2018 fertig werden. So jedenfalls plant Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. Der Grund: die desolaten städtischen Finanzen.

Im Jahr 2005 wurde die neue, vierspurig zu unterfahrende Eisenbahnbrücke fertig gestellt. 2008 konnte auch auf der Aubachbrücke auf vier Fahrstreifen der Verkehr rollen. Dank Fördermitteln, die die Stadt unter der Maßgabe bekommen hatte, auch den Obotritenring vierspurig auszubauen. Die Gefahr benennt der Bauausschussvorsitzende Hagen Brauer: "Wenn der Ausbau des inneren Rings zwischen Badeplatz und Beltzstraße auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird, droht die Rückforderung der Fördergelder." Um das zu vermeiden hat die Stadt die Planungen für den Straßenausbau voran getrieben. Alle Unterlagen liegen vor - aber es geht nicht so richtig los. Dabei hatte der Baudezernent bereits im November 2010 in dieser Zeitung angekündigt: "Wir werden im nächsten Jahr alle notwendigen Planungsunterlagen einreichen, damit 2012/13 gebaut werden kann." Doch in diesem Jahr wird gar nichts mehr passieren. Die Fahrbahn wird im Winter wie bisher nur geflickt werden.

Um nun wenigstens die Fördermittel für die Aubachbrücke zu retten, hat Friedersdorff mit den Landesministerien einen Kompromiss erreicht. Im kommenden Jahr wird der Obotritenring zwischen Aubachbrücke und Güterbahnhofstraße vierspurig ausgebaut. Damit geht es dann auch in ganzer Breite unter der Eisenbahnstrecke hindurch. "Das hat Vorteile für die Autofahrer", so Friedersdorff. "Der so genannte Aufstellraum wird vergrößert." Soll heißen: Gerade im Berufsverkehr werden sich die Fahrzeuge nicht mehr auf dem Obotritenring einspurig zurückstauen, sondern haben Platz, um sich vor dem Bürgermeister-Bade-Platz in mehreren Spuren aufzustellen.

Der weitere Ausbau der Straße wird dann aber erstmal nach hinten geschoben - es fehlt schlicht das Geld. "Der Abschnitt zwischen Güterbahnhofstraße und Robert-Beltz-Straße ist kompliziert und kostenintensiv", so der Baudezernent. "Wir müssen eine Stützwand setzen, um die Böschung zu sichern."

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