Badeaufsicht in Schwerin : Oberbürgermeisterin in der Kritik

Kerzen und Plüschtiere erinnern an das Unglück vom 22. Juli.
Kerzen und Plüschtiere erinnern an das Unglück vom 22. Juli.

Fraktion der Unabhängigen Bürger rügt nach dem tödlichen Unfall Vorgehen und Informationspolitik der Verwaltungsspitze

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08. August 2015, 16:00 Uhr

Am 22. Juli ist die erst vierjährige Marie Celine am Zippendorfer Strand ertrunken. Zu diesem Zeitpunkt war der Vorzeigestrand der Landeshauptstadt ohne Badeaufsicht. Da das die Stadt gewusst habe, hätte sie handeln müssen, kritisiert die Fraktion der Unabhängigen Bürger. Wenn für fehlende Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht kurzfristig kein personeller Ausgleich gefunden werden konnte, hätte es zumindest deutlich erkennbare Hinweise an die Badegäste geben müssen, so Fraktionsvorsitzender Silvio Horn.

„Die Sicherheit der Badenden an städtischen Gewässern zu gewährleisten, kann nicht komplett auf Freiwillige abgewälzt und zudem noch unzureichend finanziert werden. Hier muss darüber nachgedacht werden, dies künftig als Pflichtaufgabe der Stadt einzuordnen“, so der Fraktionsvorsitzende. Des Weiteren müsse die Stadt bei Problemen anders reagieren. Wenn die Badeaufsicht durch freiwillige Träger – wie am 22. Juli leider geschehen – nicht abgesichert werden könne „und diese Information der Stadt auch noch nachweislich vorliegt, müssen die Oberbürgermeisterin und ihr Apparat aktiv werden“, so Horn. „Es reicht keinesfalls aus, die Information dazu einfach zur Kenntnis zu nehmen und dann, wenn ein Badeunfall passiert ist, auf allgemeine Baderegeln zu verweisen. Eltern vertrauten darauf, dass die drei Badestellen in Zippendorf, am Lankower See und in Kalkwerder bewacht sind und lassen ihre Kinder in den Ferien dort allein baden gehen“, ergänzt Horn mit Blick auf die Antwort von Oberbürgermeisterin Gramkow auf eine Fraktionsanfrage.

Eine unverzügliche Information der Öffentlichkeit sei das Mindeste, was die Stadt hätte leisten können, wenn ein solcher Notstand bei der Personalausstattung des beauftragten Trägers vorliege. Eine Information der politischen Gremien sei ebenfalls unterblieben. „Jede Baustellenampel wird von der Oberbürgermeisterin durch die Pressestelle den Fraktionen zur Kenntnis gegeben, wenn aber Probleme bei der Badeaufsicht bestehen, gibt es keine Hinweise. Das kann so nicht richtig sein.“

Parallel loben die Unabhängigen, dass sich 20 Helfer nach dem Badeunfall in Zippendorf für eine Rettungsschwimmerausbildung beim DRK gemeldet haben. „Es freut uns, dass sich Menschen für dieses Ehrenamt bereitfinden und mithelfen wollen, die Strände in der Stadt sicherer zu machen“, so Horn. „Allerdings sind wir der Meinung, dass sich grundlegend einiges ändern muss.“

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