Stühlerücken : OB holt sich Sportexpertin

Ortsbeiratssitzung an ungewohnter Stelle: Die Stadtteilvertreter von Lankow trafen sich im Foyer der Schwimmhalle.  Bäderbetriebsleiter Stefan Kuß (l.) und  Martina Joachim (r.), Abteilungsleiterin im  zuständigen  Sportamt, saßen mit am Tisch.
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Ortsbeiratssitzung an ungewohnter Stelle: Die Stadtteilvertreter von Lankow trafen sich im Foyer der Schwimmhalle. Bäderbetriebsleiter Stefan Kuß (l.) und Martina Joachim (r.), Abteilungsleiterin im zuständigen Sportamt, saßen mit am Tisch.

Personalpolitik der Oberbürgermeisterin stößt auf Kritik bei Stadtvertretern

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06. März 2014, 08:00 Uhr

In der Stadtverwaltung ist das Personal äußerst knapp. Das jedenfalls betont immer wieder Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Sie hat deshalb schon die Öffnungszeiten des Stadthauses verkürzt, die Bearbeitung von Bürgeranliegen dauert deutlich länger. Trotzdem setzt die Verwaltungschefin offenbar auf alte Organisationsstrukturen. Sie beantragte beim Hauptausschuss, eine vierte Botenstelle wieder zu besetzen. „Die jetzigen vier Stellen in der Botenmeisterei sind aufgrund des täglichen Postumfangs notwendig und eine Kompensation durch Umverteilung der Aufgaben auf drei Mitarbeiter ist ausgeschlossen“, begründete die Personalverwaltung den Antrag. Die Unabhängigen Bürger und die FDP sprachen sich gegen die Wiederbesetzung der Stelle aus. „Im Zeitalter der elektronischen Vernetzung und von E-Mails muss es möglich sein, mit drei Boten auszukommen“, so FDP-Stadtvertreter Michael Schmitz. Dem widersprach Personalamtschef Hartmut Wollenteit: „Derzeit können wir noch keine Post einscannen und elektronisch im Haus verteilen. Das elektronische Rathaus wird wohl das Letzte sein, was wir in der Verwaltung anfassen.“ Dabei machen es die Stadtwerke vor. Dort wird jedes Schriftstück gescannt und auf Rechnern gespeichert. Dadurch haben die Mitarbeiter bis hin zum Call-Center schnellen Zugriff auf alle Unterlagen zu einem bestimmten Vorgang.

Auch eine zweite Personalie sorgt in der Stadtvertretung für Kopfschütteln. Nachdem die bisherige Büroleiterin der Oberbürgermeisterin, Anja Scheidung – sie ist von Hause aus Architektin – , auf eigenen Wunsch in die Bauverwaltung gewechselt ist, hat Angelika Gramkow nun die bisherige Abteilungsleiterin für Sportangelegenheiten und -förderung, Martina Joachim, zu sich geholt. „Es gibt schon genug Personal im Büro der Oberbürgermeisterin“, kritisierte Manfred Strauß von den Unabhängigen Bürgern. „Da hätte man nur einiges anders organisieren müssen.“ Derzeit arbeiten in der sechsten Etage des Stadthauses nicht nur die Büroleiterin, sondern auch zwei Mitarbeiterinnen in der Pressestelle, eine Sachbearbeiterin für das Beschwerdemanagement, zwei Sekretärinnen bzw. Sachbearbeiterinnen, eine Protokollverantwortliche und ein Dezernatskoordinator. In der Verwaltungsbegründung zur Wiederbesetzung der Stelle der Büroleiterin heißt es dazu lediglich: „Zur Sicherstellung des Geschäftsablaufes im Büro und zur Unterstützung der Oberbürgermeisterin insbesondere bei der Vorgangsbearbeitung ist die Besetzung der Büroleitung unabdingbar.“ Manfred Strauß bemängelt nun aber auch den Personalmangel in der Sportabteilung, der durch die Umsetzung von Martina Joachim entsteht. „Dort war bisher schon schwer jemand zu erreichen. Demnächst beginnen wieder Verhandlungen zu Nutzungszeiten der Sportstätten durch die Vereine. Wie soll das mit nur einem Mitarbeiter gehen?“

Trotz der Kritik an den Personalien stimmte der Hauptausschuss für die Besetzung der Stellen. Es gab nur Gegenstimmen von den Unabhängigen Bürgern und von der FDP.

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