Wohnen in Schwerin : Nur wenige wohnen ohne Miete

Der Schlüssel zum Glück:  Viele Schweriner wünschen Wohneigentum, können es sich aber nicht leisten.
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Der Schlüssel zum Glück: Viele Schweriner wünschen Wohneigentum, können es sich aber nicht leisten.

In der Landeshauptstadt nutzen nur 9000 Schweriner ihr Wohneigentum selbst – im Bundesdurchschnitt sind es dreimal so viele

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27. Mai 2017, 05:00 Uhr

Wohnen in den eigenen vier Wänden: Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung – in Schwerin gibt es rund 9000 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss. Denn ihre Eigentümer nutzen sie selbst. Die Wohneigentumsquote in Schwerin liegt damit bei rund 16 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung zum Wohneigentum hervor, die das Pestel-Institut in Hannover gemacht hat. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Eigentumsquote bei knapp 45 Prozent. Damit sei Deutschland weit weg von einem „Wohneigentümer-Land“.

Auch vor diesem Hintergrund sieht das Pestel-Institut beim Wohneigentum in Schwerin „noch Luft nach oben“. Doch: „Insbesondere die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. Dabei gehören gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau“, sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Fast 20 000 Menschen dieser Altersgruppe leben in Schwerin. „Bei den 25- bis 40-Jährigen ist die Eigentumsquote innerhalb von zwölf Jahren um 22,1 Prozent zurückgegangen“, sagt Matthias Günther. Er beruft sich dabei auf Zahlen aus dem neuesten Mikrozensus.

„Die eigenen vier Wände rangieren bei vielen zwar ganz oben auf der Wunschliste. Aber es hapert oft an guten Bedingungen für eine solide Finanzierung. Daran ist auch eine unsichere berufliche Perspektive schuld: Häufig werden gerade jungen Menschen nur Zeitverträge angeboten. Für einen Immobilienkredit wären allerdings unbefristete Jobs notwendig. Vor allem aber fehlt eine staatliche Unterstützung für Wohneigentum, das die Menschen anschließend für sich selbst nutzen“, so Institutsleiter Günther.

Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage sei die letzte Förderung von Wohneigentum in Deutschland faktisch eingestellt worden. Und das schon vor elf Jahren. Diese lange Phase der „staatlichen Eigenheim-Bremse“ räche sich nun: „Wohneigentum ist nämlich ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Und die kommt bei vielen jetzt zu kurz.“Immerhin sei die eigene Wohnung die einzige Alterssicherung, die im Alter verlässlich genutzt werden kann, so Günther.

Deutsche Immobilien ließen bei ihrer Qualität keine großen Reparaturen erwarten. Jedenfalls dann nicht, wenn vor der Rente noch einmal alles in Schuss gebracht werde. Rentner müssten sich deshalb um ihre eigene Wohnung auch nicht groß kümmern. „Sie haben damit für die gesamte Phase ihres Ruhestands die Sicherheit eines dauerhaften ‚Daches über dem Kopf‘ – ohne Angst vor einer Mieterhöhung oder Kündigung“, sagt der Leiter des Pestel-Instituts.

Der Stellenwert, den die eigenen vier Wände im Alter hätten, ließe sich auch daran erkennen, dass es derzeit bei den Senioren, die auf staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen seien, kaum Wohnungseigentümer gäbe.

Genau das ist für die Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“ ein entscheidender Grund, Bund und Länder zu einer „politischen Kehrtwende pro Wohneigentum“ aufzufordern. Die Initiative, die das Pestel-Institut mit der Regional-Untersuchung beauftragt hat, appelliert an die heimischen Bundestagsabgeordneten, den Wunsch der Bürger nach Wohneigentum ernst zu nehmen. Dies gelte insbesondere auch für die Kandidaten, die in Schwerin zur nächsten Bundestagswahl antreten. Sie sollten sich – auch innerhalb ihrer Parteien – für eine neue und wirksame Förderung von Wohneigentum stark machen, so die Initiative.

Wer sich in Schwerin mit welchem Einkommen welche Immobilie leisten kann – dazu kündigte die Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“ einen „Vor-Ort-Kauf-Check“ für kommenden Monat an.

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