Zweckverbände geben Entwarnung : Nur wenig Nitrat im Grundwasser

Kay Cieslak vom Zweckverband Schweriner Umland scheut sich nicht, das Leitungswasser zu trinken.
Kay Cieslak vom Zweckverband Schweriner Umland scheut sich nicht, das Leitungswasser zu trinken.

Werte deutlich unterm Grenzwert - Gespräche mit Landwirten über Düngereinsatz

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21. Juni 2017, 05:00 Uhr

Die bundesweite Debatte um die Nitratbelastung des Trinkwassers hat auch das Schweriner Umland erreicht. Doch die kommunalen Trinkwasserversorger, der Zweckverband Schweriner Umland mit Sitz in Plate und der Zweckverband Radegast mit Sitz in Holdorf, geben Entwarnung: Rings um Schwerin ist die Nitrat-Belastung im geförderten Grundwasser so gering, dass bei der Trinkwasser-Aufbereitung gar nicht eingegriffen werden muss.

Der Umland-Zweckverband betreibt zwölf Wasserwerke, der Radegast-Verband vier. Die Messwerte für Nitrat liegen zwischen unter 0,1 Milligramm pro Liter in Alt Meteln bis zu 2,63 Milligramm pro Liter im Grambow. Der zulässige Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter ist nicht einmal in Sichtweite – dank der Eiszeit. Denn das Grundwasser in Mecklenburg lagert seit tausenden Jahren in mehreren Schichten in der Tiefe. Und das kostbare Nass wird zudem durch die Erdschichten der Endmoräne gut geschützt. „Unsere Brunnen liegen unter einer Deckschicht“, erläutert Dirk Fröhling, technischer Leiter beim Radegast-Verband.

Zudem stammt das Trinkwasser aus dem zweiten bis vierten Grundwasserleiter. Die Brunnentiefe reicht von 40 Meter bei Demen bis 171 Meter bei Retgendorf. „Am Wasserwerk bei Wessin haben wird das Grundwasser aus 19 Metern Tiefe gefördert“, berichtet Kay Cieslak, Betriebsleiter vom Zweckverband Schweriner Umland. Da lagen die Nitratwerte dichter am Grenzwert. Doch dieses Wasserwerk wurde bereits 2002 stillgelegt. „In den zurückliegenden 20 Jahren haben wir nie auffällige Veränderungen festgestellt“, so Cieslak.

Dennoch ist die Nitratbelastung ein Thema für die Wasserversorger. Der Zweckverband Schweriner Umland plant für den Spätherbst einen Austausch mit Landwirten. Radegast-Geschäftsführerin Claudia Westphal betont, dass die Zweckverbände lange auf die Novellierung der Düngemittelverordnung gewartet haben. Die trat zu Beginn des Jahres in Kraft. Darin wird geregelt, wann die Bauern wie viel Gülle als Dünger auf die Felder bringen dürfen. Das Ausbringen von Gülle und Kunstdünger gilt als mögliche Ursache für einen Anstieg der Nitratwerte .

Die aktuellen Trinkwasseranalysen veröffentlichen beide Zweckverbände auf ihren Internetseiten.

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