Bereitschaftsdienst im Forstamt Gädebehn: : Nur nichts anbrennen lassen

Ab jetzt Stufe 3: Gädebehns Forstamtsleiter Ingo Nadler hat vom Leitforstamt Sandhof die Instruktion bekommen, die Waldbrandgefahrenstufe für sein Revier heraufzusetzen.
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Ab jetzt Stufe 3: Gädebehns Forstamtsleiter Ingo Nadler hat vom Leitforstamt Sandhof die Instruktion bekommen, die Waldbrandgefahrenstufe für sein Revier heraufzusetzen.

Derzeit steigt nicht nur die Temperatur, sondern auch die Waldbrandgefahr. Im Forstamt Gädebehn gibt es deshalb wieder Bereitschaftsdienst

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27. August 2016, 09:00 Uhr

Der Mähdrescher war überhitzt und plötzlich stand das Getreidefeld bei Barnin in Flammen. Wohin würde der Wind das Feuer wohl treiben? In Richtung Westen und dorthin, wo die leicht entzündbaren jungen Kiefern und Fichten stehen? Oder, wie seltener in dieser Region, in die Ostrichtung, wo der Laubwald steht und Feuer nicht viel Nahrung bekommt? „Zum Glück in Richtung Osten“, erinnert sich Ingo Nadler an einen Brand in seinem Revier aus dem Jahr 2000. Es ging glimpflich aus und es blieb bei einem halben Hektar Totalschaden. „Aber es hätte böse ausgehen können“, ergänzt der Gädebehner Forstamtsleiter.

Feuer im Wald. Es ist nicht nur für Mensch und Tier lebensgefährlich, es kann die Forstwirtschaft auch viel Geld kosten. Auch wenn ganz große Brände im Bereich des Forstamtes Gädebehn in den vergangenen Jahren ausgeblieben sind: „Dieses Beispiel aus Barnin zeigt uns, wie schnell es zu einem schlimmen Großschaden kommen kann und das wir immer aufmerksam sein müssen“, unterstreicht Nadler.

Ingo Nadler sitzt an diesem heißen Spätsommertag in seinem Büro. Ein kühler Arbeitsplatz, für den die dicken Mauern des Forsthauses sorgen. Auf seinem Computer ist gerade eine E-Mail vom Leitforstamt Sandhof aufgepoppt. Der Inhalt: Die Waldbrandgefahrenstufe muss von 2 auf 3 angehoben werden. „Das bedeutet mittlere Gefahr“, weiß Nadler. In Bereitschaft ist sein Team schon seit Stufe zwei, die ein Tag vorher ausgerufen wurde. Bedeutet: Bei einem gemeldeten Brand rückt nicht nur die Feuerwehr aus, sondern auch die Forstmitarbeiter werden per Handy informiert, sind dann vor Ort und kümmern sich unter anderem um die Brandwache.

Seit dem 1. Januar 2016 gibt es auch im Forstamt Gädebehn eine neue, bundeseinheitliche Stufenordnung. Die Waldbrandwarnstufen 0 bis 4 sind ad acta gelegt. Jetzt heißt es offiziell Waldbrandgefahrenstufe mit den Einstufungen 1 bis 5. Die höchste Warnstufe, egal ob im alten oder neuen Wertungssystem, gäbe es laut Forstamtsleiter im Gädebehner Revier so gut wie gar nicht. „Hier gibt es viel Laubwald und wenig brennbaren Unterwuchs“, so Nadler. Die neue Stufe 4, hohe Gefahr, sei dagegen nicht ungewöhnlich. „Im Mai hatten wir sie mehrmals“, weiß Nadler. Das zu dieser Zeit kaum übergrünte Holz trockene schnell aus, sei so leicht entflammbar.

Ab und zu lodern Flammen auf. Verantwortlich dafür sind in der Regel achtlos weggeworfene Zigarettenstummel oder schlecht gelöschte Lagerfeuer. Oder Brandstiftung. So brannten im Bereich Demen vor rund zwei Jahren kleine Flächen sowie Holzstapel, die mutwillig angezündet wurden.

Ab Sonntag soll es gewittern, mit flächendeckendem Regen rechnet Ingo Nadler aber nicht. Deshalb müsse die Waldbrandgefahrenstufe auch nicht zwangsläufig herabgesetzt werden. Gewitter hin, Schauer her. Für Nadler steht fest: „Am besten wäre es, wenn alle aufpassen, dass erst gar kein Feuer ausbricht.“

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