Rugensee : Nun klappts mit der Rechnung

Hans-Georg Rein hat die Mahnungen satt.
Hans-Georg Rein hat die Mahnungen satt.

Hans-Georg Rein muss mit wenig Geld im Monat haushalten – als Mahnungen von der Wemag kommen, wendet er sich an die SVZ

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15. August 2016, 09:00 Uhr

„Am Ende des Geldes ist immer noch viel Monat übrig“, sagt Hans-Georg Rein. Der 63-Jährige ist stets bemüht, alle Rechnungen pünktlich zu bezahlen. Aber bei einem Posten will das nicht so recht klappen. Es ist die Gas-Rechnung der Wemag. Seit einigen Monaten flattern Mahnungen ins Haus. Aber nicht, weil das nötige Geld fehlt, sondern weil Hans-Georg Rein vier Tage zu spät überweist. „Das Rechnungsdatum wurde auf den 26. des Monats umgestellt. Ich bekomme meine Rente aber erst am 30. des Monats“, erklärt der Invaliden-Rentner am Heißen Draht der SVZ-Redaktion und bittet um Hilfe. Seit 1990 kann der Mann aus Rugensee nicht mehr am Arbeitsleben teilnehmen, muss mit einer kleinen Invaliden-Rente auskommen. Er habe sich eingerichtet, sagt Rein und erzählt auch von anderen Ratenzahlungen, die im Laufe eines Monats fällig werden. „Das habe ich nach und nach alles hinbekommen, dass immer genügend Geld auf dem Konto ist. Aber die 165 Euro für das Gas, die kann ich wirklich erst am 30. überweisen. Das mache ich auch“, sagt Rein, holt einen Ordner und zeigt die Überweisungsbelege.

Mehrfach hat er beim Kundenservice der Wemag telefonisch um eine spätere Zahlung gebeten. Erfolglos. „Ich zahle immer 1,50 Euro drauf“, erzählt Rein und wirkt ratlos. Denn im jüngsten Schreiben heißt es, dass die Wemag bereits am 17. Juli festgestellt hat, dass er am 26. Juli nicht pünktlich gezahlt hat. „Da verstehe ich die Welt wirklich nicht mehr“, sagt er und muss lachen. Ein letzter Rest Galgenhumor ist dem schwer kranken Mann geblieben. Nur noch selten kann er das Haus, das er mit seiner Frau bewohnt, verlassen. „Früher bin ich noch zum Kundenbüro der Wemag gefahren, das klappt heute nicht mehr“, muss er gestehen.

Auf Nachfrage der Schweriner Volkszeitung zeigte man sich bei der Wemag kooperationsbereit: „Wir haben den Fall geprüft und es ist kein Problem, dass Hans-Georg Rein erst am 30. des Monats seinen Abschlag zahlt“, sicherte Thomas Pätzold von der Wemag zu und bedauert, dass „erst auf Umwegen eine Lösung“ gefunden werden konnte. In den nächsten Tagen soll der Rugenseeer das auch schriftlich bekommen.

Dem 63-Jährigen fällt ein Stein vom Herzen. „Das ist wirklich eine gute Nachricht“, sagt er sichtlich erleichtert. Kurz kehrt das Lachen in sein Gesicht zurück. Keine langen Diskussionen mehr am Telefon, keine schlaflosen Nächte, weil zusätzliche Kosten anfallen – jetzt bleibt Kraft, auch die nächsten Tage und Wochen im Krankenhaus zu überstehen. „Schön wäre, wenn der Onkologe auch gute Nachrichten für mich hat, aber das wird ja leider auf einer ganz anderen Ebene entschieden“, sagt Hans-Georg Rein. Gut sei aber dennoch, dass seine Frau sich nun nicht noch mit den Rechnungen und Mahnungen beschäftigen muss“, resümiert der Invaliden-Rentner.

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