Crivitz : Nun glänzen die Fische am See

Hoch hinaus geht es für Kunstschmied Heiko Voss (l.) an der Seepromenade in Crivitz, damit er sein Kunstobjekt enthüllen kann. Schüler und Einwohner der Stadt beobachteten neugierig, was zum Vorschein kam.
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Hoch hinaus geht es für Kunstschmied Heiko Voss (l.) an der Seepromenade in Crivitz, damit er sein Kunstobjekt enthüllen kann. Schüler und Einwohner der Stadt beobachteten neugierig, was zum Vorschein kam.

Feierstunde in Crivitz: Kunstschmied Heiko Voss und Bürgermeisterin enthüllen die Skulptur zur Fischregen-Sage

svz.de von
06. September 2017, 08:00 Uhr

„Das Wetter ist auf jeden Fall besser als damals“, sagte Heiko Voss, als er zur kurzen Rede an der Crivitzer Seepromenade ansetzte. Rundherum hatten sich zahlreiche Besucher versammelt, um in wenigen Minuten sehen zu können, welches Objekt sich hinter der noch verhüllenden Plane verbirgt.

„Crivitz ist eine wunderschöne Stadt, dennoch fanden wir, dass noch etwas fehlt. Was verbinden die Menschen mit der Stadt?“, fragte Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm noch einmal in die versammelte Runde. Die Antwort war klar: Der Fischregen, der 225 Jahren am 5. September 1792 die kleine Stadt heimsuchte. Als bunte Sage ging das Naturereignis, hinter dem sich eine gewaltige Windhose verbirgt (SVZ berichtete), in die Chroniken der Stadt ein. Die Regionale Schule machte es sich bereits vor einigen Jahren zur Aufgabe, ein Skulptur-Modell zu entwerfen. Das Kunstprojekt wurde für einen Förderpreis vorgeschlagen, doch dafür reichte es nicht ganz. Dennoch kam damit Schwung in die Skulptur-Gestaltung. Am Ende war es der Kunstschmied Heiko Voss, der sich mit einem Entwurf in der Bürgermeistersprechstunde vorstellte. Er präsentierte eine ähnliche Idee, wie sie damals die Schüler der Regionalen Schule hatten. Doch finanzielle und organisatorische Gründe drohten, die Realisierung der Vossschen Fischregen-Idee im Keim zu ersticken. Allerdings hatte die Bürgermeisterin den Plan ohne Heiko Voss gemacht: Als sie ihm die schlechte Nachricht überbringen wollte, dass die Skulptur von Seiten der Stadt nicht in Auftrag gegeben werden kann, antwortete er: Der Rohling werde pünktlich zum Jahrestag des Fischregens fertig. Dann wird es eben eine Leihgabe.

Und diese Leihgabe enthüllte er gestern Vormittag vor den Augen zahlreicher Einwohner, Crivitzer Geschäftsleute und Schüler. Auch die Mitglieder des Heimatvereins brachten sich bei der Einweihung mit ein und berichteten vorab in historischen Kostümen von der Sage. Unter staunenden Blicken nahm der Kunstschmied die Plane vom Objekt. Eine glänzende und frische verzinkte Stahl-Skulptur präsentierte sich im Sonnenschein – daneben die ebenfalls neue Sagentafel. Damit das Kunstobjekt irgendwann keine Leihgabe mehr ist, wurden gestern Spenden gesammelt.

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