zur Navigation springen

Erste Briefmarke der Welt : Nun gehts ans Sortieren und Tauschen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“: Münzen, Münzbriefe und Briefmarken erfreuen Werner Cyperski seit seiner Schulzeit

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Der Tisch im Wohnzimmer bei Werner Cyperski ist bedeckt mit verschiedenen Münzbriefen. Auf der Anrichte stehen besondere Briefmarken, sorgfältig eingerahmt. Auf dem Sessel liegen Ordner, Alben und Bücher, prall gefüllt mit Münzen, Münzbriefen und Briefmarken. Für die SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ zeigt er seine Schätze. Auf eine Briefmarke ist Werner Cyperski besonders stolz. „Ich besitze die erste Briefmarke der Welt“, erzählt er. Die „One Penny Black“ aus Großbritannien vom 6. Mai 1840 zeigt Königin Victoria. Sie ist mit einem Echtheitszertifikat eines Philatelisten versehen und in einem durchsichtigen Acrylblock gesichert. „Die hat immer einen besonderen Platz.“

Die erste Briefmarke der Welt ist aber nicht die einzige Briefmarke, die der Schweriner besitzt. Wie viele genau es sind, weiß er allerdings nicht. Deswegen sei er froh, dass er seit vergangenem Jahr Pensionär ist. „Nun habe ich endlich genug Zeit, alles zu sortieren und einem Verein beizutreten“, sagt Cyperski. In seinem Haus hat er sich ein Sammlerzimmer eingerichtet, dort bewahrt er seine wertvollen Schätze auf. Und das sind viele, sehr viele sogar, denn er sammelt bereits seit seiner Schulzeit. „Begonnen habe ich mit Briefmarken aus der Bundesrepublik und der DDR“, erzählt der 64-Jährige. „Ich hatte sogar einen Sammlerausweis, mit dem ich Sperrwert-Marken kaufen konnte.“ Das waren besondere Postwertzeichen, die nur in geringer Auflage hergestellt wurden. Und zum Ende der DDR habe er sich noch schnell die letzten Marken gesichert.

Mittlerweile hat sich Werner Cyperski nicht mehr auf ein Thema oder Länder festgelegt. Briefmarken zur Raumfahrt, mit Motiven der FDJ, der spanischen Hofreitschule und aus dem Dritten Reich sind ebenfalls in seiner Sammlung enthalten wie der Ersttagsbrief zum 30. Jahrestag von Jurij Gagarins Flug ins All und Marken aus Uruguay. „Diese Postkarte mit dem Neumühler Wasserturm habe ich meiner Nichte mitgegeben, die sie dann aus Uruguay zu mir zurückgeschickt hat“, erzählt er. Und auch eine besondere Serie bestehend aus neun Marken von 1969 ist im Wohnzimmer zu sehen. „Hier sind die Wohn- und Arbeitshäuser von Lenin abgebildet.“

Doch der Schweriner sammelt nicht nur Briefmarken, auch Münzen haben es ihm angetan und die Kombination aus beiden. Zur Fußball-Europameisterschaft, dem Jahrestag des Westfälischen Friedens, dem 20-jährigen Jubiläum des Grundgesetztes oder dem zehnten Geburtstag der DDR – es gibt kaum ein Ereignis, zu dem Werner Cyperski keinen Münzbrief hat. Der Brief zum ersten Jahrestag des Mauerfalls hat statt der Münze sogar ein Stück der Mauer. Und auch Numisblätter wie zum 40. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. füllen die Ordner – ebenso wie Münzen zum zehnjährigen Jubiläum des Euros und der ehemaligen europäischen Währungen.

Zwischen den Briefmarken, Münzen und Münzbriefen lassen sich auch einige besondere Schätze entdecken. So besitzt Werner Cyperski die erste ECU-Telefonkarte für Europa mit einem Wert von sechs D-Mark. Ebenso wie das Sonderblatt zum 500. Geburtstag der Deutschen Post mit Briefmarken aus Österreich, Belgien, der DDR und Westberlin. Und bei seiner Arbeit stieß er auf einen weiteren Schatz. „Ich habe für die SWG gearbeitet und Keller und Wohnungen ausgeräumt“, so der 64-Jährige. „Dabei habe ich einen Becher von den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Amsterdam gefunden.“

Seine Sammlung hat Werner Cyperski mittlerweile abgeschlossen – jetzt geht es ans Sortieren und Tauschen. „Besonders aus der DDR habe ich viele Marken doppelt.“ Daher freue er sich sehr auf den Vereins-Beitritt – auch um mit anderen seine Leidenschaft zu teilen und neue Freundschaften schließen zu können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen