Hilfe aus Schwerin : Notrufe aus drei Bundesländern

Gehören zum Team der Notrufzentrale: Angela Frenkler und Manuela Röver (r.)
Gehören zum Team der Notrufzentrale: Angela Frenkler und Manuela Röver (r.)

Hilfsangebot der Volkssolidarität gibt es seit 20 Jahren.Elf Mitarbeiter sichern 24-Stunden-Dienst in Schwerin ab

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29. November 2017, 08:00 Uhr

„Hausnotruf, Frenkler. Was kann ich für Sie tun?“ Es ist ein Anruf aus einem Betreuten Wohnen in Güstrow, den Angela Frenkler entgegennimmt. Eine ältere Dame benötigt Hilfe, um auf die Toilette zu kommen. Frenkler verständigt den zuständigen Pflegedienst, trägt den Vorgang in die Datenbank ein. Die Mitarbeiterin der Volkssolidarität sitzt vor gleich drei Monitoren, kann auf Anhieb erkennen, wer anruft, welche Krankheiten derjenige hat, welche Medikamente er einnimmt und wer im Falle eines Falles zu informieren ist.

Seit 20 Jahren gibt es den Hausnotruf der Volkssolidarität. Und in der Zentrale, die ihren Sitz im dritten Stock des SVZ-Verlagshauses auf dem Großen Dreesch hat, laufen längst nicht nur Anrufe aus ganz Mecklenburg-Vorpommern auf. Auch Notruf-Kunden aus Berlin und Brandenburg werden von Schwerin aus betreut. „Wir kümmern uns um insgesamt rund 5200 Menschen“, sagt der Leiter des Hausnotrufdienstes, Ralf Glück. Zunächst sei das Angebot nur für die Wohnanlagen der Volkssolidarität gedacht gewesen, dann aber auch auf Privatwohnungen ausgeweitet worden. „Unsere Kunden sind im Schnitt 81 Jahre alt“, erzählt Glück.

Zum Hausnotrufgerät, das an die Telefonsteckdose geklemmt wird, gehört ein Sender, der an einer Kette oder einem Armband in der ganzen Wohnung getragen werden kann. „Ein Druck auf den roten Knopf am Sender genügt, um den Notruf auszulösen“, sagt Glück. Mittlerweile könnten unter anderem auch Rauchmelder an das Notrufsystem angeschlossen werden. „Damit der Rettungsdienst in einem Notfall schnell in die Wohnung gelangen kann, bieten wir außerdem Schlüsselboxen an, die jeweils am Eingang angebracht und mit einem Code geöffnet werden können“, so der Leiter des Hausnotrufdienstes.

Angela Frenkler, 57 Jahre alt, ist fast von Anfang an beim Hausnotruf dabei, hat an diesem Morgen gemeinsam Dienst mit Manuela Röver (40). Von 6 bis 14 Uhr dauert die Schicht. Dabei warten die beiden Frauen durchaus nicht nur auf Anrufe. „Wir geben beispielsweise auch die Daten neuer Kunden ein, telefonieren noch fehlende Informationen ab“, erklärt Manuela Röver, die seit knapp zwei Jahren bei der Volkssolidarität arbeitet.

Gestartet sind Frenkler und Röver mit einem Fall, den ihnen die Nachtschicht übergeben hat. Eine 88-Jährige aus Berlin klagte über Schmerzen im Bauch und am Herzen. Die Kollegen alarmierten die Rettungsleitstelle, konnten aber die Angehörigen nicht erreichen. „Diese Aufgabe haben wir dann übernommen“, sagt Manuela Röver. „Man weiß nie, was kommt in unserem Job.“ Manchmal sei es ruhig, manchmal klingle das Telefon fast ununterbrochen.

Elf Mitarbeiter sichern den 24-Stunden-Dienst in der Notrufzentrale ab. Gearbeitet wird in drei Acht-Stunden-Schichten an 365 Tagen im Jahr. Dazu gibt es noch ein Team mit Technikern, die für die Installation und Wartung der Hausnotrufgeräte zuständig sind. Ein Notstromsystem garantiert den Betrieb der Zentrale in der Gutenbergstraße auch bei Störungen.

Der nächste Anruf. „Brauchen Sie Hilfe, Sie müssen mir sagen, was passiert ist“, sagt Angela Frenkler. Anderen Menschen zu helfen, mache ihr Spaß, wer in der Notrufzentrale arbeite, bekomme viel Dank zurück, betont sie. „Manche Kunden rufen auch einfach nur an, weil sie einsam sind. Auch für diese Menschen haben wir ein offenes Ohr.“

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