Lärm in Schwerin : „Notruf nicht immer erste Wahl“

Hand am Hörer: In brenzligen Situation sollten Besorgte sofort die Polizei rufen. Ansonsten sei das direkte Gespräch oft die bessere Alternative, erklärt Steffen Salow von der Schweriner Polizei.
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Hand am Hörer: In brenzligen Situation sollten Besorgte sofort die Polizei rufen. Ansonsten sei das direkte Gespräch oft die bessere Alternative, erklärt Steffen Salow von der Schweriner Polizei.

Problemthema Ruhestörung: Vernünftige Gespräche bringen oft mehr, sagt Polizeisprecher Steffen Salow – wenn es die Situation zulässt

svz.de von
07. April 2017, 05:00 Uhr

Laute Musik, Streit oder eine große Party – die Gründe sind vielfältig, warum es am Tag und in der Nacht zu Lärm kommen kann. Doch: Welche Handhabe hat man eigentlich gegenüber den Nachbarn, wenn diese die eigene Ruhe stören? Einige SVZ-Leser hatten sich in den vergangenen Wochen an den „Heißen Draht“ gewandt und gefragt, wie sie auf Lärmbelästigung aus der Nachbarschaft reagieren sollen.

Rechtlich gesehen handelt es sich bei Ruhestörung um eine Ordnungswidrigkeit. „Ruhestörer können in Extremfällen zu Geldstrafen in Höhe von 5000 Euro verurteilt werden“, erklärt Polizeisprecher Steffen Salow. Doch nicht immer müssen sofort Polizeibeamte gerufen werden, sagt Salow. „Natürlich ist das von Fall zu Fall verschieden. Der Notruf ist nicht immer die erste Wahl. Grundsätzlich sollte man zunächst immer versuchen, das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen.“ Wenn dies nicht möglich sei, stünde immer noch die Option zur Verfügung, die Beamten zu Hilfe zu rufen.

Während am Tag das Ordnungsamt für eventuelle Streitigkeiten zuständig ist, kümmert sich die Polizei insbesondere nach 20 Uhr um die Belange der Bürger und die Einhaltung der gesetzlich geregelten Nachtruhe. Denn in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr dürfen Musik oder andere Geräusche die Zimmerlautstärke nicht überschreiten. Anders verhält es sich mit der Mittagszeit. „Zwischen 13 und 15 Uhr gibt es kein Gesetz, dass eine gewisse Lautstärke verbietet. Wer einem Streit mit seinen Nachbarn vorbeugen will, sollte sie aber freiwillig einhalten“, rät Salow.

Bei längerfristig geplanten Gartenfeiern oder Partys rät der Polizeisprecher dazu, die Nachbarn im Vorfeld zu informieren. „Oft reicht es schon, Zettel in die Briefkästen zu stecken oder sich kurz am Gartenzaun zu unterhalten“, sagt er. Das schaffe Verständnis bei den Nachbarn und ließe diese oft Milde walten lassen. „Vorausgesetzt natürlich, man feiert nicht jedes Wochenende.“

Hält sich jemand nicht an die vorgeschriebenen Regeln, kennen die Beamten keine Gnade. Natürlich mache es ihnen keinen Spaß als Party-Bremser zu gelten, sagt Salow. „Wenn aber die Musik lauter ist als gesetzlich zulässig, dann müssen wir einschreiten.“ Oft reiche es schon, an der Haustür präsent zu sein, um den Lärm auf eine passende Lautstärke zu regulieren. „Wenn aber jemand meint, auf sein Recht pochen zu müssen, dürfen wir auch die Soundanlage konfiszieren“, erklärt Salow. „Am Ende macht der Ton die Musik. Auch wir Polizisten feiern ja schließlich ab und zu einmal.“

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