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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 22:41 Uhr

Lebensretter : Notfallsanitäter legen los

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Azubis lernen neuen Beruf, aber Rettungsassistenten müssen sich jetzt nachqualifizieren

Sie retten Leben im Minutentakt: etwa 40 000 Rettungsassistenten sind in Deutschland im Einsatz. Sie versorgen etwa 11,4 Millionen Patienten im Jahr. Pro Tag wird der Rettungsdienst durchschnittlich 35 000 mal angerufen. Die Zahl der Rettungseinsätze ist in den vergangenen Jahren dabei erheblich gestiegen. Das Ausbildungsprofil für den Rettungsassistenten und sein Berufsbild wurden Anfang des Jahres den wachsenden Anforderungen angepasst. Statt wie bisher zwei lernt er jetzt drei Jahre und er heißt auch nicht mehr Rettungsassistent, sondern Notfallsanitäter. Die Schweriner Berufsfeuerwehr hat schnell geschaltet: Seit Anfang der Woche lernen die ersten 16 Auszubildenden in der hiesigen Rettungsdienstschule diesen neuen Beruf.

Allerdings stammen sie nicht aus Schwerin, sondern aus den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg. Mit den umliegenden Landkreisen und den Rettungsdiensten, die zum Teil von DRK und ASB getragen werden, hat Schwerin schon seit 2008 eine Kooperation. Jetzt sind auch noch die Helios-Kliniken stärker mit eingestiegen, um die fundierte Ausbildung in Theorie und Praxis zu garantieren. „Die Notfallsanitäter ziehen damit gleich mit den Gesundheits- und Krankheitspflegern – im Ansehen und auch in der Vergütung“, sagt Thomas Rupp, Geschäftsführer der Schweriner Helios-Kliniken. Tatsächlich sollen die neuen Sanitäter vor allem medizinisch noch versierter werden. Gingen sie in der Ausbildung bisher nur als Praktikanten neben einem Arzt her, werden sie jetzt unter Anleitung selbst aktiv, betont Rupp. Zum Ausbildungsstart kamen gestern alle Kooperationspartner, unter ihnen OB Angelika Gramkow und Landrat Rolf Christiansen – um die Azubis zu begrüßen und einander für die unkomplizierte Zusammenarbeit ordentlich zu loben.

Indes ist aber noch nicht alles eitel Sonnenschein: Denn auch wer jetzt bei der Feuerwehr als Rettungsassistent beschäftigt ist, muss mittelfristig den neuen Titel erwerben. „Wer gute Kenntnisse und viel Erfahrung mitbringt, darf sich einfach zur Notfallsanitäter-Prüfung anmelden“, erklärt Dr. Stefan Jacobi, der sich gemeinsam mit dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes Dr. Jörg Allrich und Feuerwehrmann Christian Porst die Schulleitung teilt. „Andere brauchen längere Schulungen, die von zwei Wochen bis zu einem halben Jahr dauern können.“ Für diese Zeit seien sie raus aus dem regulären Dienst. Etwa 35 Kollegen müssten nachqualifiziert werden, so Dr. Jacobi. Zusammengerechnet ergeben sich dadurch Personallücken, die zwei bis vier ganzen Stellen über mehrere Jahre entsprechen, sagt Feuerwehrchef Jürgen Rogmann.

Wer die dreijährige Notfallsanitäter-Ausbildung hinter sich hat und bei der Berufsfeuerwehr Karriere machen möchte, der muss allerdings nochmal zwei Jahre dranhängen. Und die Stellen sind heiß begehrt: Etwa 20 bis 30 Bewerber melden sich auf einen Ausbildungsplatz.







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