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Fuss vom Gaspedal : Nordwestkreis rüstet Blitzer-Staffel auf

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Technik ermöglicht in Lützow und Mallentin Tempokontrollen in beide Fahrtrichtungen – auch Rotsünder an Ampeln nun im Visier

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Die neuen Blitzer an der B 104 in Lützow und an der B 105 in Mallentin sind unberechenbar: Sie schießen die teuren Fotos in beide Fahrtrichtungen und haben die gesamte Straßenbreite im Blick. Deshalb nutzt auch das gefährliche Ausweichen auf die Gegenfahrbahn nichts mehr: Wer mit mehr als den erlaubten Tempo 50 eine dieser beiden Messstellen durchfährt, muss damit rechnen, ertappt zu werden. „Wir haben uns an unseren beiden wichtigsten Messstellen diese Technik gewünscht“, sagt Margret Rudolph, Fachdienstleiterin für Ordnung, Sicherheit und Straßenverkehr in Nordwestmecklenburg. „Mehr davon können wir uns leider nicht leisten.“ Dabei ist der Landkreis „nur“ Mieter der Anlagen und Auftraggeber für die Tempomessungen. Vorgenommen werden diese von der Firma Vetro, der auch die Technik gehört. Deren Vertrag mit dem Landkreis lief in diesem Sommer aus. Doch die Wismaraner erhielten erneut den Zuschlag.

Der Neustart wurde zugleich genutzt, um die Blitzeranlagen im gesamten Kreis auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu gehört auch, dass eine alt bekannte Messstelle verschwindet: Die Brüsewitzer Ampelkreuzung an der B 104 in nun blitzerfrei. Bis 2009 standen hier Starenkästen auf beiden Seiten. Der in Fahrtrichtung Schwerin wurde abgebaut und am Trebbower Abzweig an der B 106 wieder aufgebaut. Nun hat an der B 104 auch der Kasten in Richtung Gadebusch ausgedient. „Die Unfallzahlen auf der Brüsewitzer Kreuzung sind erfreulicherweise immer weiter zurückgegangen“, sagt Rudolph. „Wir haben an dieser Stelle unser Ziel erreicht und mit Hilfe der Starenkästen für mehr Verkehrssicherheit gesorgt.“ Generell blitzerfrei muss es deshalb hier nicht zugehen. Bei Bedarf wird mit einer mobilen Anlage aus dem Auto heraus das Tempo der Fahrzeuge gemessen. 70 km/h auf der Kreuzung sind erlaubt. Wann der Starenkasten demontiert wird, steht noch nicht fest.

Auch in Lützow muss an der Messstelle noch gearbeitet werden. Der moderne Rund-Um-Blitzer steht, ist in Betrieb. Gleich daneben ist noch eine ebenfalls moderne Säule zu finden. Diese wird demontiert und in der Tempo-60-Zone am Trebbower Abzweig aufgestellt: Diese Anlage erlaubt Tempomessungen nur in einer Fahrtrichtung, berghoch in Richtung Schwerin. Eine solche Säule steht zudem nur wenige hundert Meter entfernt in Lübstorf. Dort aber in Fahrtrichtung Wismar auf der B 106 hinter dem Ortseingangsschild. Es gilt Tempo 50.

„Übrig“ bleibt die fünfte und letzte feste Messstelle im Nordwestkreis. In Rolofshagen steht noch ein klassischer Starenkasten. Auf dieser Straße zwischen Klütz und Grevesmühlen darf mit Tempo 60 gefahren werden.

Diese fünf „stationären Messstellen“ bieten Platz für sieben Kameras. Da nur vier davon zur Verfügung stehen, wird nicht überall zeitgleich geblitzt. „Auch das zeigt, dass es nicht um Abzocke, sondern um Verkehrserziehung geht“, betont Margret Rudolph. Mallentin und Lützow sind aber die beiden Schwerpunkt-Messstellen – auch mit der höchsten Verkehrsfrequenz.

Schon bislang blitzte es an diesen beiden Stellen besonders häufig. Und die bisherigen Säulen waren pro Jahr jeweils neun Monate in Betrieb. Auf der B 104 in Lützow sind dabei in der Vergangenheit immer die meisten Temposünder ertappt worden. Im Jahr 2013 wurde an dieser Stelle von mehr als 1,7 Millionen Fahrzeugen das Tempo gemessen, knapp 14 000 waren zu schnell. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres ging es in Lützow etwas ruhiger zu: 715 000 Messungen gab es da und mehr als 50 000 Tempoüberschreitungen. „In 3134 Fällen bliebt es noch bei Verwarngeldern. Aber auch schon 260 Bußgelder wurden ausgesprochen“, berichtet Rudolph. „Spitzenreiter “ in diesem Jahr war ein Autofahrer, der mit mehr als 120 Sachen durch Lützow rauschte.

Neben den fünf festen Messstationen gehört zur BlitzerStaffel des Kreises weiterhin eine mobile Messanlage. Hinzu kommt ganz neue Technik, mit der aus einem Auto heraus Rotlicht-Sünder an Ampeln aufgenommen werden können. „Die hatten wir bislang gar nicht. Damit werden Kontrollen im gesamten Kreis vorgenommen“, kündigt die Fachdienstleiterin an.

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