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STadtvertreter beschließen: : Norbert Klatt bleibt Geschäftsführer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vorläufiges Ende einer Affäre: Nahverkehrs-Chef behält seinen Posten, allerdings wird ihm ein zweiter Geschäftsführer zur Seite gestellt

Die „Nahverkehrs-Affäre“ hat ein vorläufiges Ende gefunden. Die Stadtvertreter beriefen den bisherigen Geschäftsführer Norbert Klatt erneut zum Chef des städtischen Unternehmens. An seine Seite wird allerdings ein zweiter Geschäftsführer gestellt, der unter anderem die Personalverantwortung übernehmen soll. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow zeigte sich erleichtert. „Wir sind gemeinsam ins Gerede gekommen – und das deutschlandweit. Wir müssen aus diesem Gerede raus.“ Sie appellierte an Norbert Klatt, „Demut und Einsicht zu zeigen“. Es sei nicht normal, wenn viele Familienangehörige in einem Unternehmen arbeiteten. Allerdings sei „Vetternwirtschaft“ juristisch nicht angreifbar und dem Nahverkehr sei kein Schaden entstanden. „Aber das Vertrauensverhältnis ist verletzt.“

Silvio Horn von den Unabhängigen Bürgern sprach sich gegen Klatt als Geschäftsführer aus: „Er hat klar gegen die Leitlinien guter Unternehmensführung verstoßen und das Vertrauen in ihn missbraucht.“ Das Betriebsklima sei nachhaltig gestört. „Auch nach der Abstimmung für Klatt gibt es weiterhin eine schwierige Situation in der Firma.“ Horn betonte, dass dies seine persönliche und nicht die Fraktionsmeinung sei.

Allseits betont wurde, dass das Verhältnis von Geschäftsführung und Betriebsrat normalisiert werden muss. „Der Aufsichtsrat muss sich dessen annehmen“, so Silvio Horn. Auch CDU-Chef Sebastian Ehlers sah die Notwendigkeit einer „Mediation“. Ob die allerdings gelingen kann, scheint fraglich. Unmittelbar vor der Stadtvertretersitzung verteilte Betriebsratsvorsitzender Andreas Lorenz ein Schreiben an die Volksvertreter, um sie in letzter Minute noch umzustimmen. Dabei lieferte er allerdings keine neuen Argumente, sondern bezog sich lediglich auf die kommentierende Analyse der SVZ vom Sonnabend. Darin fühlte sich Lorenz in seinen Bemühungen, vermeintliche Verfehlungen seines Geschäftsführers in die Öffentlichkeit zu bringen, falsch dargestellt. „Bis zum heutigen Tage hat unser Geschäftsführer Herr Klatt mit seinem Handeln und seinen Äußerungen nicht erkennen lassen, dass er Fehler begangen hat. Für einen großen Teil der Belegschaft und uns als Betriebsrat kommt nur ein Neuanfang mit einem anderen Geschäftsführer in Betracht.“ Das sah die Mehrheit der Stadtvertreter anders.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 23:57 Uhr

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