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Baustelle am Schweriner Lambrechtsgrund : Noch ein Winter ohne Laufhalle

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Sportler, die in der neuen Laufhalle in Schwerin trainieren wollen, müssen eine weitere Wintersaison in Provisorien und andere Städte ausweichen. Die Halle wird erst 2014 in Betrieb genommen.

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2013 | 06:30 Uhr

Weststadt | Der Bauantrag für die neue Laufhalle am Lambrechtsgrund liegt seit gestern vor. So weit die gute Nachricht. Die schlechte folgt auf dem Fuß: Auch wenn die imposante Stahlkonstruktion zum Jahresende wohl stehen wird, können die Sportler frühestens Anfang 2014 einziehen. Das teilte der Geschäftsführer der Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft, Wieland Schaible, auf SVZ-Anfrage mit. Die Sportler seien bereits informiert worden. "Wir haben uns schon darauf eingestellt, dass wir auch in diesem Winter wieder nach Übergangslösungen suchen müssen", sagt Gerd Wessig, stellvertretender Abteilungsleiter Leichtathletik des Schweriner SC. Der Hochsprung-Olympiasieger macht keinen Hehl daraus, dass das erneut viel Improvisation für Trainer und Aktive bedeutet, auch jede Menge Demotivation, oftmals schlechte Trainingsbedingungen und hohe Kosten für Fahrten zu anderen Sportstätten. "Es ist mehr als ärgerlich. Aber wir können allen Aktiven nur Mut machen, jetzt erst einmal an eine gute Sommersaison zu denken", sagt Wessig.

Bereits Mitte März hatte die Versicherung erklärt, das Geld für die vor einem Jahr abgebrannte Laufhalle bereitzustellen: insgesamt 3,6 Millionen Euro. Dass der Bauantrag erst einen Monat später eingereicht wird, sorgt bei vielen Schwerinern für Verwunderung. Schließlich ist seit Monaten bekannt, welche Anforderungen die neue Halle erfüllen soll, welche Ausmaße sie haben muss, wo sie steht, was sie kosten darf. "Die Sicherheit, dass das Geld wirklich fließt, haben wir aber erst seit einem Monat. Für alle Planungsarbeiten, die wir vor dem Okay der Versicherung gemacht haben, mussten wir finanziell in Vorleistung gehen", erklärt Wieland Schaible. Deshalb habe ein fertiger Bauantrag Mitte März nicht vorliegen können. Die Osterfeiertage hätten für weitere Verzögerung gesorgt. Doch selbst wenn der Bauantrag drei Wochen früher eingegangen wäre, hätte das wohl nichts daran geändert, dass die Sportler auch in der kommenden Winter-Saison ausweichen müssen. Denn der Bau der Leichtathletik-Trainingshalle dauert gut acht Monate. Für die Bearbeitung des Bauantrages kommen erfahrungsgemäß etwa sechs Wochen dazu. "Wir rechnen damit, dass wir im Juni mit den Gründungsarbeiten beginnen können", sagt Schaible. Die veranschlagt er mit zwei Monaten. In den folgenden drei Monaten, also von August bis Oktober, werde dann die Halle als Stahlgerüstkonstruktion hochgezogen, im November und Dezember folge der Innenausbau. "Erst danach können wir den Tartanbelag für die Trainingsbahnen einbringen", sagt Schaible.

Die Halle erhält zwei 200-Meter-Rundbahnen und erhöhte Kurven, sechs Sprintbahnen mit Stoppwand, eine mobile Kugelstoßanlage mit Fangnetzen, Hochsprung-, Stabhochsprung- und Weitsprunganlagen. Geplant sind zwei Umkleideräume mit Duschen und WC sowie ein Video-Anlayseraum. "Das ist schon mal nicht schlecht und das alles für 3,6 Millionen Euro inklusive Wasser, Gas, Strom und Telefon", heißt es auf der Homepage der SSC-Leichtathleten. "Bisher gibt es deutschlandweit keine vergleichbare Trainingshalle."

Als Generalunternehmen für den Bau wurde die Firma Echterhoff mit Sitz in Westerkappeln bei Osnabrück verpflichtet. Sie sei versierter Schlüsselfertigbauer und ein "verbundenes Unternehmen mit der Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft", so Schaible. Das gäbe die Sicherheit, dass der Preis von 3,6 Millionen tatsächlich gehalten würde. Zum anderen würde der Betrieb viel Herzblut in die Trainings-Qualitäten der Halle stecken.

Die Sportler allerdings müssen jetzt wieder Ausweichquartiere für die kalte Jahreszeit suchen. In den vergangenen Monaten fanden sie die u.a. in Rostock, Hamburg, Sternberg und Neubrandenburg. Wessig: "Vielleicht können wir bis zum Winter den einen oder anderen Schlupfwinkel für unsere Sportler finden, den wir im vergangenen Jahr nicht hatten, und so die schlechten Bedingungen noch etwas verbessern."

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