Proben untersucht : Nitrat im Brunnenwasser

 Wassertest auf dem Crivitzer Markt:  Auch Ida und Jasper hatten Ende Mai Flaschen mit Wasser aus dem Brunnen ihrer Oma Jenny Lepsin mitgebracht. Harald Gülzow nahm die Proben entgegen.
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Wassertest auf dem Crivitzer Markt: Auch Ida und Jasper hatten Ende Mai Flaschen mit Wasser aus dem Brunnen ihrer Oma Jenny Lepsin mitgebracht. Harald Gülzow nahm die Proben entgegen.

Crivitzer Proben untersucht: Bei 40 Prozent war der für Trinkwasser zulässige Grenzwert überschritten

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16. Juli 2015, 21:00 Uhr

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser: Das ist das Ergebnis des Brunnenwasser-Tests beim Verein VSR-Gewässerschutz. Harald Gülzow hatte Ende Mai auf dem Crivitzer Marktplatz Proben entgegengenommen. Jetzt liegen die Ergebnisse von 41 Analysen vor. Und die sind alles andere als gut: In mehr als zwei Fünftel lag die Nitratkonzentration jenseits von 50 Milligramm pro Liter und damit über dem Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Das Wasser aus diesen privaten Brunnen darf auf keinen Fall getrunken werden. Derart belastetes Wasser sollte auch nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werden, betont Gülzow. Und wer dieses Grundwasser zum Gießen nutzt, muss das beim Düngen beachten. Denn im Wasser ist bereits Nitrat enthalten.

Die in Crivitz abgegebenen Wasserproben stammen aus privat genutzten Brunnen zwischen Tramm, Banzkow und Schwerin. Die höchste Belastung fanden die Gewässerschutz-Experten in Banzkower Wasser: 150 Milligramm Nitrat pro Liter. Proben aus Tramm (143), Krudopp (118), Barnin (104), Crivitz (95) und Zapel (84) überschritten ebenfalls deutlich den Grenzwert für Trinkwasser.

Die Fachleute gehen davon aus, dass die hohen Nitratwerte im Grundwasser auf die intensive Landwirtschaft zurückzuführen ist. Die Gewässerexperten warnen vor einer weiteren Überdüngung der Böden. Denn so könne weiteres Nitrat ins Grundwasser gelangen. Diese Gefahr besteht auch weiterhin, weil nach Auffassung des Gewässerschutz-Vereins „die derzeit gültige Begrenzung der Düngermengen in der Landwirtschaft nicht ausreicht, um das Grundwasser unter Ackerflächen zu schützen“.

Dass es anders geht, zeigen Beispiele aus Trinkwasserschutzgebieten. Dort gehen Landwirte und Wasserversorger Kooperationen ein: Die Bauern kennen die Nitratkonzentration unter ihren Feldern und können durch effektives Düngen die Gefahren für das Grundwasser minimieren.

Problematisch werde es aber beim Einsatz von Gülle und Gärresten. Denn der Nährstoffgehalt darin schwanke erheblich und eine genaue Düngeplanung sei daher schwierig. „Deshalb ist die Gefahr der Nitratauswaschung bei Gülle und Gärresten immer sehr hoch“, heißt es. Mineraldünger könne hingegen exakt und für die jeweilige Feldfrucht ausreichend dosiert werden.

Der Verein möchte eine Änderung der Düngerausbringung außerhalb der Wasserschutzgebiete erreichen. „Dazu brauchen die Landwirte Messwerte über den Zustand des Grundwassers. Wir zeigen Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen beim Nitrat seit 1984 auf der Homepage“, heißt es vom in Geldern in NRW ansässigen Verein, der sich ursprünglich als „Verein zum Schutz des Rheins“ gebildet hatte. Harald Gülzow beantwortet zudem jeden Freitag von 9 bis 12 Uhr Fragen zum Grundwasser am Telefon – 02831-976523.

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