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Gerichtsurteil in Schwerin : Nicht nur Pferde erlaubt – Zirkus darf Wildtiere mitbringen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Circus Probst freut sich über Gerichtsurteil zum Wildtierverbot der Stadt

von
erstellt am 06.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Der Zirkus kommt! Ein kommunales Wildtierverbot, wie es Schwerin ausgesprochen hatte, ist rechtswidrig. Das hat das Verwaltungsgericht im Mai entschieden und das Oberverwaltungsgericht Anfang des Monats bestätigt (SVZ berichtete). „Wir sind hierüber sehr froh“, sagt Mathijs te Kiefte vom Produktionsbüro des Circus Probst. Nun könne der Zirkus wie geplant vom 22. bis 30. Juli auf dem Festplatz in Krebsförden gastieren.

„Circus Probst wird jedes Jahr in rund 40 Gastspiel-Städten von unterschiedlichen Amtsveterinären persönlich besucht und kontrolliert. Er ist dabei immer für seine vorbildliche Tierhaltung gelobt worden“, betont Mathijs te Kiefte. In Schwerin werde Familie Probst ein neues Programm mit faszinierenden Tiernummern, atemberaubender Akrobatik und clownesken Darbietungen präsentieren, kündigt er an.

Das farbenprächtige Potpourri des deutschen Groß-Zirkus steht unter dem Motto „Fantastico“. So bietet der Circus Probst eine „tierische Sensation“. Der bekannte Tierlehrer Hans Ludwig Suppmeier zeigt dem Publikum mit vier Golden Tabby Tigern und einem weißen Tiger eine artgerechte Dressur. Diese Darbietung wurde beim Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo mit einem der begehrten Clowns ausgezeichnet. Juniorchefin Stephanie Probst will das Publikum wieder mit einer neuen Pferdedressur begeistern. Direktor Reinhard Probst zeigt eine tierische Weltreise mit Zebras, Watussi-Rindern, Kamelen, Lamas und vielen weiteren verschiedenen Tierarten.

Politik bedauert Richterspruch

Dass sich auch das Greifswalder Oberverwaltungsgericht gegen das von der Stadtvertretung 2016 beschlossene Wildtierverbot ausgesprochen hat, wird von der Stadtpolitik mit Bedauern zur Kenntnis genommen. „Mit der Gerichtsentscheidung wird der Tierschutz mit Füßen getreten. Es bleibt zu hoffen, dass die Parteien es jetzt auf Bundesebene schaffen, das Tierschutzgesetz zu ändern und Wildtierhaltung in Zirkussen zu untersagen. Viele europäische Länder haben es uns vorgemacht. Ich bin mir sicher, dass dies in Deutschland auch kommen wird“, sagt der Vorsitzende der Stadtfraktion der Unabhängigen Bürger, Silvio Horn.

Ähnlich äußert sich Steffen Davids von der SPD, Mitglied im Ordnungsausschuss der Stadtvertretung: „Die SPD wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass das längst überfällige Wildtierverbot in Zirkussen nun über andere Wege durchgesetzt wird. Die SPD kämpft im Bundestag bereits seit Jahren für eine Entscheidung zugunsten der Wildtiere und des Tierschutzes. Eine zügige politische Lösung ist auf der zuständigen Bundesebene gefordert und notwendig.“

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