zur Navigation springen

Schweriner Weihnachtsmarkt : Nicht mit Fremden mitgehen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unbekannter spricht Jungen auf Weihnachtsmarkt an: Ermittlungen der Polizei dauern an – bislang keine Hinweise auf weitere Fälle

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2015 | 17:32 Uhr

Es gibt noch keine heiße Spur: Die Polizei sucht weiterhin nach dem Mann, der am 27. November auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt einen achtjährigen Jungen angesprochen haben soll (SVZ berichtete). Der Mann habe ihm erzählt, niedliche Hundebabys und reichlich Schokolade zu besitzen, schilderte der Junge, der sich seiner Mutter anvertraut hatte. Er sei darauf aus gewesen, ihn mit zu sich nach Hause zu locken.

Ein Pädophiler auf dem Weihnachtsmarkt? „Wir nehmen diesen Fall sehr ernst“, betont Polizeisprecher Steffen Salow. Die Kriminalpolizei sei mit der Angelegenheit befasst. Alle Ermittlungsinhalte stützten sich aber nach wie vor auf die Aussagen des Jungen, so Salow. Eine nähere Personenbeschreibung gäbe es nicht. Die Polizei habe bislang auch keine Hinweise darauf, dass weitere Kinder angesprochen worden seien, erklärt der Sprecher. Um so wichtiger seien Zeugen, die Angaben zum Fall des Achtjährigen machen könnten, der sich in der Nähe der „musizierenden Eisbären“ abgespielt haben soll.

Dass sich der Junge umgehend von dem Unbekannten entfernt und seiner Mutter von dem Vorfall berichtet habe, sei genau das richtige Verhalten gewesen, unterstreicht Heidi Liebmann, Präventionsbeamtin bei der Schweriner Polizei und regelmäßig in den Kindertagesstätten und Schulen der Stadt unterwegs. „Kinder gehen nicht mit fremden Personen mit – das ist die Botschaft, die wir schon in den Kitas vermitteln.“ Ein Kind, das von einem Fremden angesprochen werde, solle sich sofort umdrehen („Ich habe keine Zeit!“), weggehen und einen sicheren Ort aufsuchen, erläutert Liebmann. „Dieses Verhalten üben wir mit den Kindern in Rollenspielen immer wieder.“ Wichtig sei auch, dass sich die Kleinen im Falle eines Falles schnell an ihre Eltern wenden, die sich dann entweder direkt oder zum Beispiel über die Schule mit der Polizei in Verbindung setzen sollten, so die Präventionsbeamtin. Je eher die Ermittlungen aufgenommen werden könnten, um so besser.

Wie hilfreich eine zügige Information ist, zeigt dieser Fall: Im Mai dieses Jahres wurde eine Sechsjährige von einem Mann in der Straßenbahn angesprochen. Das Mädchen wandte sich an eine Frau in der Bahn, die wiederum den Straßenbahn-Fahrer einschaltete. „Der Tatverdächtige konnte so schnell ermittelt werden“, sagt Polizeisprecher Salow. Sein Appell an alle Eltern von kleinen Kindern: „Geben Sie Ihren Kinder klare Handlungsanweisungen. Kinder müssen lernen, dass sie eine Aufforderung oder einen Zuruf von einem Fremden ignorieren und weitergehen dürfen. Üben Sie mit Ihrem Kind, wie es sich in bedrohlichen Situationen verhalten soll, damit es im Notfall richtig reagieren kann.“

Hinweise zum aktuellen Fall nimmt Salow unter Telefon 0385-51803004 und unter der E-Mail-Adresse pressestelle-pi.schwerin@polizei. mv-regierung.de entgegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen