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Ernte In Lübesse : Nicht jede Knolle landet auf dem Teller

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lübesser Kartoffel- und Zwiebelbauern holen jetzt das Gemüse vom Acker

Der Duft steigt schon in die Nase, obwohl das Feld noch gut einen halben Kilometer entfernt ist: Zwiebeln. Wenig später sind sie dann auch zu sehen. Dicht an dicht liegen die Knollen zu Zehntausenden im großen roten Roder. Auch auf dem Feld selbst sind noch ein paar Überbleibsel verstreut. „Nicht so schlimm, das meiste landet ja im Hänger“, sagt Rainer Mönch. Mit dem, was im besagten Ackergerät landet, ist der Prokurist der Agp Lübesse in diesem Jahr zufrieden. „Wir hatten nicht das optimale Wetter, doch der Ertrag ist gut und auch die Zwiebeln selbst sehen schön aus“, sagt er und versichert, dass es keinen Grund zur Klage gibt.

Auf 25 Hektar wurden Anfang April die ersten Zwiebeln ausgesät. Nun kommen sie vom Feld und werden in der Kartoffelhalle Sülte eingelagert. „Dann wird so viel aufbereitet, wie der Handel braucht und wir am nächsten Tag ausliefern müssen“, erklärt Rainer Mönch. Zwei Sorten Zwiebeln wachsen auf den Flächen der Agp. Beides helle Speisezwiebeln.

Bei den Kartoffeln sind es 16 Sorten in diesem Jahr. Eine davon, so Mönch, ist eine reine Stärkekartoffel. Die Henriette wächst auf 31 Hektar Ackerland der Agp Lübesse. „Das ist eine so genannte Waxy-Kartoffel, die nur Amylopektin-Stärke enthält. Sie ist ausschließlich zur Stärkegewinnung geeignet“, sagt Mönch. Wenn sich Langfinger genau auf diesen Kartoffelschlägen bedienen, kann sich der Landwirt ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. „Die kann man nämlich auch gekocht nicht essen“, schiebt er hinterher.

Sehr schmackhaft seien hingegen alle anderen 15 Sorten, die auf einer Fläche von 104 Hektar angebaut werden. Auch sie verlassen in diesen Tagen das braune Ackerbett.
Mitte März kamen die ersten Kartoffeln in den Boden – unter Folie. Für alle gibt es zusätzliches Wasser von oben. Im vergangenen Jahr waren es 180 Millimeter pro Quadratmeter. Mit der Ernte wurde bereits in der zweiten Juni-Hälfte begonnen. „Haupterntezeit sind aber September und Oktober“, sagt der Landwirt. Die eingelagerten Kartoffeln würden aber nur bis April, spätestens Mai nachgefragt werden. Dann komme die frische Ware aus Ägypten in den Handel und die heimischen Kartoffeln seien uninteressant.

„Geerntet wird immer nur die Menge, die der Handel nachfragt“, sagt Mönch. Die Pflanzkartoffeln kommen nicht vom eigenen Hof. „Das überlassen wir anderen, aber hier in Deutschland“, betont der Betriebsleiter und erzählt unter anderem von Ingrid, Laura und Goldmarie. Vertreter dieser drei Damen und auch die anderen Sorten landen zum einen im eigenen Hofladen und zum anderen in den Supermarktauslagen von Edeka, Norma, Real und Coop. In jedem Jahr sind neue Sorten dabei. Diese werden auch im Zuge der Tüffelwochen in der Lewitz verkostet und die Siegersorte gekürt.. „Wir lassen die Gäste entscheiden und dann kommen die neuen Sorten im nächsten Jahr in den Boden“, erzählt Rainer Mönch. Das Verhältnis von mehligen und festkochenden Kartoffeln sei aber nie gleich. „Nichts kann schneller kippen als das Verbraucherverhalten“, betont der Landwirt. So gäbe es auch immer noch Befürworter der bekannten Sorte Adretta – eine sehr mehlige Vertreterin. „Doch wir haben sie in diesem Jahr nicht auf unseren Ackerflächen.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 23:58 Uhr

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