Regionalpolitik trifft Wirtschaft : Nicht jammern – machen!

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Gastgeber appelliert beim Frühlingstreff in Crivitz an Unternehmer und Kommunalpolitiker

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16. März 2018, 23:00 Uhr

„Wir sehen uns im Moment sehr häufig“, sagt Jacqueline Bernhardt (Linke) lachend. „Manchmal mehrmals am Tag“, ergänzt Klaus-Michael Glaser (CDU). „Wir verstehen uns gut“, fügt Stefan Sternberg (SPD) hinzu. Es ist Landratswahlkampf für Ludwigslust-Parchim und diese drei Kandidaten fanden das IHK-Frühlingstreffen der Unternehmer in Crivitz wichtig, um sich dort zu präsentieren. Auch die Crivitzer Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm und ihr Kollege Thomas Möller aus Hagenow folgten dem Motto des Abends „Regionale Netzwerke sind gut fürs Geschäft“. Rolf Christiansen ließ sich von Wolfgang Schmülling vertreten, den Landrat hatten seine Kollegen am Morgen mit einer schweren Grippe wieder nach Hause geschickt. Gastgeber des Abends waren Jörg Schwanbeck und Niels Hildesheim vom Autohaus „Hildesheim & Dähn“ und das war keine Selbstverständlichkeit. Der vormalige Inhaber des Crivitzer Autohauses mit 36 Mitarbeitern, Eckhard Dähn, wollte im vergangenen Jahr in Rente gehen und hatte keinen Nachfolger – ein Problem, vor dem nicht wenige Unternehmen in der Region stehen. Glücklicherweise fand sich das befreundete Ludwigsluster Autohaus „Hildesheim“ bereit, das Unternehmen in Crivitz als Filiale zu übernehmen. „Wir sind sehr froh über diese Lösung und den Erhalt der Arbeitsplätze“, sagte Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm in ihrem Grußwort.

Fachkräftemangel und Digitalisierung waren die Themen des Abends. „Das sind die Themen, die die von der IHK Schwerin vertretenen Unternehmen insgesamt gerade bewegen“, sagte IHK-Vizepräsident Matthias Belke, der auch zum gerade gegründeten Digitalisierungsbeirat im Infrastrukturministerium MV gehört.

„Für uns war dieser Abend wichtig, weil wir die Unternehmer wachrütteln wollen, nicht nur zu jammern, sondern auch etwas zu tun“, zog Geschäftsstellenleiter Jörg Schwanbeck nach dem Treffen Bilanz. Sein großes Thema ist der Fachkräftemangel. „Wir müssen uns überlegen, was wir tun können, damit die jungen Leute hier bleiben. Was habe ich von der Metropolregion, wenn die Leute von hier zwei Stunden zur Arbeit nach Hamburg fahren, dort auch einkaufen und hier nur noch schlafen? Es gibt hier auch Arbeit vor Ort.“ Er komme aus dem Fußball und wüsste, dass die Mannschaften teilweise Probleme haben, um mit elf Leuten auf den Rasen zu gehen. Deshalb hatte er auch die Idee, auf die Vereine zuzugehen und mit ihnen eine Kooperation zu vereinbaren. So dass junge Leute sich einmal im Unternehmen ausprobieren können, ob ihnen dort eine Arbeit gefallen könnte. „Wir haben hier so ein schönes Fleckchen Erde. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die Jugendlichen an die Berufe hier heran führen können. Wir geben in so vielen Bereichen Geld aus und beim Fachkräftemangel nicht?“

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