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Sportgymnasium Schwerin : Neues Konzept – mehr Schüler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sportgymnasium will durch Neuausrichtung nach Klasse 10 attraktiver werden / Schulzuweisungen des Landes ausschlaggebend

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 04:45 Uhr

Neues Konzept am Sportgymnasium Schwerin: Mit einer Umstrukturierung der Sekundarstufe II (Klassen 11 bis 13) und der Erweiterung der Leistungssportklassen will Schulleiter Torsten Westphal sein Haus zukünftig attraktiver gestalten. Greifen soll die Umstrukturierung erstmals ab dem kommenden Schuljahr.

„Bisher mussten Schüler, die nach der 10. Klasse nicht dem Bundeskader ihrer Sportart angehörten, unsere Leistungssportklassen verlassen“, sagt Torsten Westphal. Diese sind durch eine Schulzeitstreckung auf 13 Jahre ausgelegt und bieten somit optimale Bedingungen für den Spagat zwischen Schule und Leistungssport. Die einzige Alternative, um weiterhin am Sportgymnasium zu bleiben, war der Wechsel in Klassen ohne Schulzeitstreckung. Im Klartext: Die Jugendlichen legten ihr Abitur in zwölf Jahren ab, mussten die durch das Frühtraining ausfallenden Schulstunden aber durch Unterricht in den Ferien kompensieren. „Ein Nachteil, der immer wieder für Diskussionen sorgte“, so Westphal. Ein weiteres Problem: „Die Analyse der vergangenen zwei Jahre ergab, dass uns von der 10. in die 11. Klasse bis zu 50 Schüler verloren gingen“, ergänzt der 52-Jährige. Ein Problem, das sich vor allem auf die Schulzuweisungen des Landes auswirkt. Hier wird das Spezialgymnasium berechnet, wie alle anderen staatlichen Schulen auch – nach der Anzahl ihrer Schüler. Diese wiederum ist ausschlaggebend für die finanziellen Mittel sowie die Anzahl der vom Land gewährten Lehrer und Schulstunden.

Durch den Verlust jener Jugendlichen ohne leistungssportliche Perspektive drohen hier demnach Einschnitte. „Ab dem Sommer bieten wir diesen Sportlern deshalb den Wechsel in eine normale Abiturklasse mit zwölf Jahren und 35 Wochenstunden an“, sagt Torsten Westphal. Hier entfiele dann zwar das Frühtraining, dafür könnten die Schüler aber am Sportgymnasium bleiben und im gewohnten Umfeld ihr Abitur ablegen. „Nach dem Unterricht können sie dann ihrem Sport nach Bedarf weiterhin nachgehen“, so Westphal.

Das neue Modell, das dem am Sportgymnasium Neubrandenburg ähnelt, beinhaltet auch die Lockerung der Zugangsvoraussetzungen für die Leistungssportklassen in der Sekundarstufe II. War bisher eine Bundeskaderzugehörigkeit notwendig, ist zukünftig auch der Landeskaderstatus sowie ein sportliches Gutachten des jeweiligen Trainers ausreichend. Westphal gehe es dabei jedoch nicht um die Vergrößerung der Schule, sondern lediglich um die Beibehaltung des jetzigen Status. „Unsere Hauptaufgabe ist die Sicherung des Nachwuchsleistungsportes in MV“, so der Schulleiter. Dabei blickt er etwa auf seine herausragenden Talente wie Junioren-Nationalspielerin Marie Schölzel (Volleyball) oder Jugend-Olympiasieger Peter Kadiru (Boxen). Derzeit unterrichten 60 Lehrer die insgesamt 630 Schüler des Schweriner Sportgymnasiums.

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