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Straßenreinigung in Schwerin : Neues Konzept für Putzkolonnen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt will Straßenreinigung nachvollziehbarer und gerechter regeln – Wo öfter sauber gemacht wird, sollen Anwohner mehr zahlen

von
erstellt am 12.Jan.2017 | 08:00 Uhr

Linken-Stadtvertreter Gerd Böttger etwa äußerte sich in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses durchaus noch skeptisch: „Wenn das alles so gut klappt wie der Winterdienst, dann ist es schade ums Papier“, sagte er. Tatsächlich haben sich die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) mit ihrem neuen Konzept für die Straßenreinigung große Ziele gesetzt: Nachvollziehbar, transparent und gerecht soll der Einsatz der Putzkolonnen künftig sein.

976 Straßenabschnitte wurden für das Konzept nach einem objektiven Kriterienkatalog bewertet und den fünf Reinigungsklassen 0 bis 4 zugeordnet, wie SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek erläutert. Künftig werde es also eine Reinigungsklasse mehr als bisher geben. Die neue Klasse 4 soll für Straßen mit einem geringeren Verschmutzungsgrad gelten, die es vorwiegend in den Stadtrandgebieten gibt und die nur alle vier Wochen gereinigt werden müssen.

Für 521 Straßenabschnitte ergeben sich aus dem neuen Konzept gar keine Änderungen. 157 Straßenabschnitte, wie beispielsweise Immensoll und Treppenberg in Neumühle sollen künftig erstmals oder öfter als bisher gereinigt werden, 298 seltener, darunter Bereiche auf dem Dreesch.

„Schwerin hat sich in den vergangenen 20 Jahren vor allem durch das Entstehen neuer Wohngebiete stark verändert. Daher sind bei der Straßenreinigung ein paar Ungleichgewichte entstanden: Vergleichbare Straßen wurden unterschiedlich oft gereinigt. Das ist für die Bürger schwer nachvollziehbar. Mit der neuen Klassifizierung wollen wir mehr Transparenz und Beitragsgerechtigkeit schaffen. Gleichartige Straßen sollen bei der Reinigung auch gleich behandelt werden“, sagt Oberbürgermeister Rico Badenschier.

Freilich: Wo öfter gereinigt wird, sollen die Anwohner nach den Vorstellungen der Stadt auch mehr bezahlen. Niemand müsse sich aber vor immensen Kosten fürchten, versichert Badenschier. Die SDS rechnen mit Mehreinnahmen an Gebühren in Höhe von insgesamt acht Prozent im Jahr.

Voraussichtlich von Januar 2018 an soll das neue Konzept greifen. Zuvor soll es umfassend auch in den Ortsbeiräten diskutiert werden.

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