Friedrichsmoor : Neues Glanzstück in der Lewitz

Was wie saniert oder erneuert wurde, erklärte Architektin Katharina Henze den Gästen beim Rundgang durch das Haus.
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Was wie saniert oder erneuert wurde, erklärte Architektin Katharina Henze den Gästen beim Rundgang durch das Haus.

2,7 Millionen Euro sind verbaut: Forstamt Friedrichsmoor ist nun offiziell übergeben und alles wartet auf den Telefon-Anschluss

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17. August 2019, 05:00 Uhr

Die Truhe wurde gelüftet, die Schätze sind poliert: Das Forstamt Friedrichsmoor hat seinen alten schönen Glanz zurück. Gestern wurde das 1802 erbaute Fachwerkhaus offiziell wieder in den Dienst genommen. Mit vielen neuen Elementen, aber auch altem Prunk. So durften sich die Gäste davon überzeugen, wie nachhaltig Holz verwendet werden kann: „Das sind die alten Dielen, die würden Sie so heute gar nicht mehr bekommen“, erklärte Robert Klaus, Leiter des Schweriner Geschäftsbereichs des Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL). Sein Dank ging nicht nur an die Landesforst als Auftraggeber, sondern auch an Architektin Katharina Henze und die Handwerker, die die Dielen gerettet haben. Viel Fachkompetenz habe dafür gesorgt, dass das Haus zu einem Schmuckstück geworden ist. Isolierungen aus einem Lehm-Torf-Gemisch, neue Holztüren, ein teilweise neuer Dachstuhl, neue Elektrik, handgefertigte Ziegel für die Fehlstellen im Fachwerk der Außenwände und eine neue Dacheindeckung haben ihren Preis. 2,7 Millionen Euro wurden im Forsthaus, das auf eine 300-jährige Geschichte zurückblicken kann, verbaut. „Viel Geld, deswegen mussten auch die anderen Forstämter in den vergangenen Jahren zurückstecken. Aber, wenn wir das hier anschauen, kann ich nur sagen, es hat sich gelohnt“, erklärt Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Auch er freut sich, dass das bereits 2013 angelaufene und drei Jahre später gestartete Sanierungsprojekt nun abgeschlossen ist. Denn Fledermäuse und auch Sturmtief Xavier hatten immer wieder für Verzögerungen gesorgt. Die Fledermäuse sind nun in Außenbehausen umgezogen, der Sturmschaden ist behoben. Einige Ausbaumöglichkeiten gäbe es noch – in der zweiten Etage und unterm Dach des Anbaus. Doch nun seien erst einmal die anderen Forstämter dran.

Ganz von der Aufgabenliste sei Friedrichsmoor allerdings noch nicht gestrichen. Denn immer noch hapert es an einer stabilen Telefonverbindung. „Die Telekom kommt ihrer Aufgabe zur Grundversorgung, die sie der Bundesnetzagentur zugesichert hat, nicht nach. Das ist bitter“, sagt er mit Nachdruck. Denn mittlerweile seien es bereits fünf Forstämter im Land, die Probleme mit der Telefon- und Internetverbindung haben. „Es ist ein Unding, den ländlichen Raum im Stich zu lassen“, sagt Bürgermeisterin Doreen Radelow. Eine Lösung sei derzeit nicht in greifbarer Nähe.

Das tat der guten Laune gestern aber keinen Abbruch, nachdem zum Schüsseltreiben geblasen wurden, ließen Gäste wie auch Mitarbeiter des Forstamtes den Nachmittag im Garten des Hauses ausklingen und träumten vielleicht auch von den guten alten Zeiten, wo Schloss und Forstamt noch eine Einheit bildeten. Doch das werde es nicht wieder geben. „Das würde den finanziellen Rahmen sprengen. Nicht machbar“, versicherte der Staatssekretär.

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