Burgsee : Neuer Streit: Gebüsch oder Biotop?

Klare Aussage der Grünen: Für Arndt Müller gibt es keine Argumente für den Rückschnitt an der Schlosspromenade
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Klare Aussage der Grünen: Für Arndt Müller gibt es keine Argumente für den Rückschnitt an der Schlosspromenade

Grüne und BUND wollen Bewuchs am Burgsee erhalten – Stadt soll die Kettensäge nicht für Sichtachsen anlegen

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18. November 2014, 08:00 Uhr

Die Stadt will die Büsche am Westufer des Burgsees entlang der Schlosspromenade „auf Stock setzen“, also radikal zurück schneiden. Wie schon einmal vor der Bundesgartenschau geschehen. Dadurch soll die Sicht auf den Burgsee und das Schloss wieder ermöglicht werden. Duplizität der Ereignisse: Erneut laufen die Grünen und der Bund für Natur und Umwelt (BUND) Sturm gegen das Vorhaben.

Vor der Buga hatten die Landeshauptstadt und der BUND einen Vergleich geschlossen, nach dem die Büsche einmal auf Stock gesetzt werden dürfen. „Dazu gehörte auch, die verbliebenen natürlichen Ufergebüsche und -gehölze nach der Buga in Ruhe zu lassen“, so BUND-Geschäftsführerin Corinna Cwielag. „Wir sehen keine fachliche Grundlage dafür, dass die Stadt von unserem damals gefundenen Kompromiss abweichen kann.“ Auengehölze müssen nach Ansicht der Umweltschützer nicht gepflegt werden. „Die Stadt Schwerin darf nicht willkürlich wertvolle Stadtnatur vernichten.“ Eine weitere Sichtachse auf das Schloss sei keine ausreichende Begründung für eine Ausnahme vom Biotopschutz. So sehen es auch die Grünen in der Stadtvertretung. Die hatten beantragt, die Stadt zu verpflichten, den Schnitt zu unterlassen, standen mit dem Ansinnen aber vollkommen allein da.

Doch Arndt Müller beharrt darauf: „Die Büsche sind nach dem Gesetz ein schützenswertes Biotop.“ Es gibt sogar einen Namen dafür: VSX. Das heißt, dass es sich um einen „schützenswerten Gehölzsaum an stehenden Gewässern“ handelt. Dass sich die Sträucher dort erst angesiedelt haben, nach dem der Schutt vom Abriss des Großen Moor in den Burgsee gekippt worden war, lässt er nicht gelten. „Wir können auf die Gehölze als Teil der wichtigen Stadtnatur nicht verzichten.“ Denn der Wurzelbereich an der Seeseite sei die Kinderstube für Jungfische, der See werde beschattet, was einer starken Verkrautung entgegenwirkt und die Büsche zögen Nährstoffe aus dem Burgsee. „Der Bewuchs ist kein Selbstzweck“, so Arndt Müller. „Wenn der Burgsee komplett umwachsen wäre, könnte man vielleicht Sichtachsen freischneiden. Das ist jetzt aber nicht möglich.“ Und Arndt Müller bringt noch ein weiteres Argument gegen den Gehözrückschnitt. „Wir haben in dieser Stadt akute finanzielle Probleme. Auf der anderen Seite verbrennen wir tausende Euro für völlig unnötige Gehölzschnitte in gesetzlich geschütztem Uferbewuchs.“

Umweltdezernent Bernd Nottebaum hält den Rückschnitt für unbedenklich. „Es gibt überhaupt keine Nachteile für die Natur.“

Der BUND dagegen erwägt bereits rechtliche Schritte dagegen, die Büsche auf Stock zu setzen, teilte Corinna Cwielag mit.

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