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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 21:36 Uhr

Nahverkehr : Neuer Busplan steht – ein Wunsch bleibt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nicht alle Haltestellen werden angefahren – Landkreis hofft auf Einsicht der Stadt

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 20:00 Uhr

Die Verträge sind gemacht. Der neue Plan ist aufgestellt. Doch einige Wünsche der Bürger bleiben unerfüllt: „Wir haben alles versucht, doch der Schweriner Nahverkehr lässt uns die beantragten Haltestellen nicht anfahren“, erklärt Stefan Lösel, Geschäftsführer des kreiseigenen Verkehrsbetriebes Ludwigslust-Parchim (VLP). Ab dem 1. Januar übernimmt nun die VLP die Linienführung in der Gemeinde Pinnow und in Raben Steinfeld. Zuvor waren die Einwohner mit dem Nahverkehr Schwerin (NVS) in die Landeshauptstadt und wieder zurück gefahren. Nach einem Beschluss des Kreistages waren die Konzessionen der NVS ausgelaufen und die Buslinien werden nun über den Landkreis bedient (SVZ berichtete). Allerdings werden unter anderem der Dreescher Markt und die Haltestelle Stauffenbergstraße nicht von der VLP angefahren. Dazu sei eine Einigung mit der Stadt Schwerin nötig, die bislang nicht vorliegt.

In den Begründungen der Stadt heißt es, dass eine Mehrfachbedienung die Wirtschaftlichkeit des Schweriner Nahverkehrs schwäche. Für Stefan Lösel ist das allerdings kein Totschlagargument. „Es geht in dieser Debatte leider nicht um den Kunden. Ich kann nicht gutheißen, dass man die Fahrgäste zu diesen Umwegen zwingt“, sagt Stefan Lösel und nennt nur ein Beispiel aus dem neuen Fahrplan. Ein Fahrgast, der von Pinnow in die Stadt nach Mueß will, muss in Zippendorf Eiche aussteigen, über die Fußgängerbrücke die Straßenseite wechseln, auf den Bus des Schweriner Nahverkehrs warten und dieselbe Strecke bis Mueß wieder zurückfahren. „Für die Fahrgäste ist das eigentlich nicht zumutbar“, sagt der VLP-Geschäftsführer.

In der Kreisstadt Wismar sei es beispielsweise möglich, dass der VL-P und die Busbetriebe Wismar die Haltestellen im Halbstundentakt anfahren und für die Fahrgäste keine Nachteile entstehen. „Wir hatten den Antrag gestellt, weitere Haltestellen in der Stadt anfahren zu können. Seitens des Schweriner Nahverkehrs ist dies abgelehnt worden. Wird hier umgedacht, halten wir beispielsweise auch am Dreescher Markt“, versichert Stefan Lösel. Sollte es noch Änderungswünsche bei den Fahrten geben, würden diese vom Verkehrsbetrieb des Landkreises Ludwigslust-Parchim auch noch nach dem 1. Januar 2016 berücksichtigt. Bereits während der Einwohnerversammlung im November wurde den Bürgern zugesichert, dass Änderungswünsche jederzeit in Abstimmung mit der Gemeinde und dem Kreis möglich seien. Zeiten würden sich so ändern lassen, zusätzliche Fahrten würde der Landkreis Ludwigslust-Parchim der Gemeinde in Rechnung stellen: 2 Euro pro Fahrt.

Klar sind hingegen die Fahrpreise. So kostet die Monatsfahrkarte beispielsweise von Pinnow zum Marienplatz 60 Euro. Will der Fahrgast auch noch innerhalb der Stadt weiter fahren , muss er ja den Nahverkehr nutzen und dann kostet das Kombiticket im Monat 80 Euro. Für Nutzer der Kurzstrecke werde es somit günstiger. Derzeit kostet die gleiche Verbindung 69,60 Euro.

Wie die Busse ab dem 1. Januar fahren und wo sie vorläufig halten, kann jetzt bereits im Internet eingesehen werden. Am Wochenende werden zudem Flyer an alle betroffenen Haushalte verteilt. „Die Fahrpläne gibt es auch bei den Busfahrern sowie in den Gemeindebüros“, ergänzt der Verkehrsbetrieb-Chef.

Aber damit sind die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen. „Der Nahverkehr hat uns mitgeteilt, dass er seine Schilder entfernen wird. Wir stellen ab Montag neue Haltestellenschilder auf“, erzählt der VLP-Chef Lösel. Kommentieren möchte Stefan Lösel diese Aktion nicht.

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