Schwerins Immobilien : Neuer Anlauf für das Strandhotel

Verwahrloster Eindruck in bester Lage: Das Strandhotel in Zippendorf soll nun endlich wieder eine Zukunft bekommen.
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Verwahrloster Eindruck in bester Lage: Das Strandhotel in Zippendorf soll nun endlich wieder eine Zukunft bekommen.

Investor will denkmalgeschütztes Haus sanieren und ringsherum Wohnhäuser bauen – Kommunalpolitik ist skeptisch

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07. Mai 2017, 21:00 Uhr

Seit vielen Jahren gammelt das einstige Schmuckstück von Zippendorf, das Strandhotel, vor sich hin. Großartige Hotelpläne zerschlugen sich – die Investoren gingen Pleite. Hoffnung keimte 2012 auf, als ein Schweriner die marode Immobilie kaufte. Der Hotelbetrieb sollte wiederbelebt werden. Wohnhäuser waren geplant, damit das Ganze sich rechnet. Doch Investor und Stadtverwaltung kamen nicht überein. Der Zahn der Zeit nagte weiter am Haus.

Jetzt ein neuer Anlauf. Für das Areal zwischen Strandpromenade und Crivitzer Chaussee soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. In das denkmalgeschützte Strandhotel soll das Erdgeschoss mit der Terrasse wieder als Gaststätte genutzt werden. Im Souterrain und im Obergeschoss sind Ferienappartements geplant. In einem ersten städtebaulichen Entwurf sind neben und hinter dem Strandhotel Wohnhäuser vorgesehen. Entlang der Strandpromenade sind auf den an das Strandhotel beidseits angrenzenden Grundstücken drei viergeschossige Wohngebäude mit dem Wasser zugewandter Villenarchitektur geplant. Auf der südlich an das Strandhotel angrenzenden Fläche sehen erste Ideen sechs Wohnhäuser mit vier Vollgeschossen zuzüglich eines Staffelgeschosses vor. Später ist auch an Reihen- und Einzelhäuser gedacht.

Hinter dem Hotel ist eine parkähnliche Gestaltung vorgesehen mit einem Wasserbassin im Zentrum.

Doch noch bevor die Arbeit am Bebauungsplan beginnen kann, gibt es unter Kommunalpolitikern bereits Bedenken. Der Knackpunkt: Was kommt zuerst? Erst die Neubauten und dann die Hotelsanierung, oder umgekehrt?

Bei der ersten Vorstellung der Pläne im Hauptausschuss wurde schon deutlich: Die Stadtpolitik will als erstes die Sanierung der Strandhotels. „Die Fenster stehen offen, das Dach ist undicht – wenn das Hotel als Letztes angefasst werden soll, ist es bis dahin zusammengefallen“, sagte Gerd Böttger von den Linken. „Wenn der Investor darauf besteht, erst die Neubauten zu errichten und dann die Sanierung anzugehen, ist das Erpressung“, sagte Manfred Straß von den Unabhängigen Bürgern. „Bei der Fähre haben wir das schon einmal erlebt.“ An der Stör hatte der Eigentümer der Brandruine das Areal zuwachsen lassen, weil die Stadt dort zunächst keine Eigenheime zulassen wollte. Nachdem lange nichts geschah und das Areal mehr und mehr zuwuchert, stimmte die Stadt einer Wohnbebauung rund um die Fähre zu.

Und noch eine Frage treibt die Stadtpolitiker um: Was für eine Gastronomie kommt in das 1910 gebaute Haus? Ein Kiosk sei auch eine Gastronomische Einrichtung – aber das sei zu wenig.

Die Grünen kritisieren, dass für das Bauvorhaben ein Zehn-Meter-Streifen aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden soll. Auch die Ankündigung, dass auf der Orthmannschen Wiese an der Crivitzer Chaussee Ausgleich geschaffen werden soll, konnte Fraktions-Chefin Cornelia Nagel nicht überzeugen. Die Pläne werden jetzt in den Ausschüssen der Schweriner Stadtvertretung diskutiert.

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