Der Wehrchef im Amt Lützow-Lübstorf : Neuer Amtswehrführer für 583 Brandschützer

Die Seehofer Jugendfeuerwehr mit Betreuern und dem neuen Amtswehrführer Mario Möller (st., 3.v.l.), der der Seehofer Wehr schon seit 1993 angehört und diese seit neun Jahren anführt.
Die Seehofer Jugendfeuerwehr mit Betreuern und dem neuen Amtswehrführer Mario Möller (st., 3.v.l.), der der Seehofer Wehr schon seit 1993 angehört und diese seit neun Jahren anführt.

Mario Möller ist seit 24 Jahren freiwilliger Feuerwehrmann und jetzt neuer Amtswehrführer für Lützow-Lübstorf

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07. April 2017, 08:00 Uhr

Dutzende ausrangierte Holzpaletten liegen übereinander. Obendrauf noch ein paar Äste, fertig ist der Osterfeuer-Haufen vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Seehof. „Nicht ganz“, sagt Mario Möller, während sich ein paar Jungs und ein Mädchen der Jugendfeuerwehr in eines der Feuerwehrautos setzen. Sie wollen noch mehr Brennbares besorgen, denn das Feuer soll am Ostersonnabend ja auch ordentlich lodern.

Die Feuerwehr kümmert sich nicht nur darum, dass Brände gelöscht werden, sondern Lagerfeuer zu besonderen Anlässen auch brennen. Mario Möller hat bereits viele dieser Osterfeuer in Seehof mit vorbereitet. Seit 1993 ist der jetzt 43-Jährige dabei. „Im Dorf war nicht viel los, da bin ich eben in die Feuerwehr eingetreten“, sagt er. Bereut hat er es nie. Im Gegenteil. Das Vereinsleben gefiel ihm, die Kameradschaft, die Möglichkeit, anderen Menschen in verschiedenen Situationen zu helfen auch. Und Möller übernahm auch Verantwortung, wurde Gruppenführer, dann stellvertretender Wehrführer, 2008 dann Chef der Seehofer Wehr. Parallel dazu war Möller auch schon stellvertretender Amtswehrführer. Und am vergangenen Freitag wurde er zum Amtswehrführer des Amtes Lützow-Lübstorf gewählt. Er war einziger Anwärter und erhielt die volle Stimmzahl. „Offiziell bestätigt werden muss das aber noch beim Amtsausschuss am Montag“, sagt Möller, dessen Vorgänger Bernd Römpage keine zweite Amtszeit anstrebte.

„Ich bin das Bindeglied zwischen den 16 Amtsfeuerwehren und dem Kreisfeuerwehrverband“, sagt Mario Möller. Auf einem Tisch im großen Versammlungsraum unterm Dach des Feuerwehrhauses nebst Dorfgemeinschaftshaus hat er seinen Laptop liegen. Ein paar Klicks, und schon hat er ein paar Zahlen parat. Aktive Mitglieder im Amtswehrbereich insgesamt: 378. Jugendfeuerwehr: 70. Kinderfeuerwehr: 31. Ehrenabteilung: 104. „Insgesamt sind das 583“, weiß Möller. Ja, es habe früher mehr Mitglieder gegeben, sagt Möller, dessen Sohn Tobias und Frau Claudia ebenfalls aktiv bei der Seehofer Wehr sind. „Den demografischen Wandel haben auch wir gespürt“, sagt Möller, der aber glaubt, dass die Talsohle durchschritten ist. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Arne Borck und Jugendwartin Anne Klabunde ist die erste große Amtshandlung der Amtsausscheid der Feuerwehren am 17. Juni in Dalberg. „Praxisnahe Wettkämpfe“, sollen es laut Möller werden.

Sein letzter aktiver Einsatz war vor kurzem ein Fehlalarm. Kein Wohnhaus brannte, aber irgendwer hatte Pyro gezündet. In seiner mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Freiwilliger Feuerwehrmann habe er aber auch so manche harte Stunde erlebt. „Besonders bei Unfällen mit Toten oder Schwerverletzten.“ Nun kümmert sich Möller in Sachen Feuerwehr vornehmlich um administrative Dinge. Seit einem Motorradunfall muss er sich auch beruflich neu orientieren. Als Maurer kann er nicht mehr arbeiten, jetzt schult er zum Groß- und Handelskaufmann um. Zeit für die Feuerwehr, die ist fest einkalkuliert. Das ist Ehrensache. Warum? „Es ist schön, wenn man Menschen helfen kann. Und die Gemeinschaft in der Feuerwehr ist etwas ganz besonderes.“

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