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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 15:11 Uhr

Gesäubert : Neue Welle um Waisengärten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unklar: Wie naturnah wird die Seeseite des Geländes – Sicher: Das ganze Areal ist gesäubert und für den Baubeginn vorbereitet

von
erstellt am 10.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Zerfetzte Lauben, Betonbruchstücke und Asbeststücke – tonnenweise Schutt und Sondermüll sind aus den ehemaligen Waisengärten abtransportiert worden. Während die Landesgrunderwerb MV (LGE) das gesamte Areal beräumt hat, diskutieren Stadtplaner und Kommunalpolitiker derzeit über die Gestaltung des Uferbereichs. Die Überbleibsel von 47 Gartenlauben mussten für den zweiten und dritten Bauabschnitt des künftigen Wohngebietes weichen. Damit die Anwohner des neuen Quartiers künftig richtig „im Grünen“ leben, soll die Seeseite des Geländes nun sorgfältig gestaltet werden. Das machten Planer und Politiker in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung deutlich.

Dabei wurde klar: Die Pläne dafür sind noch unklar. Wie naturnah? Wie erlebbar? Auf jeden Fall „nur vorsichtige Eingriffe in die Biotope“, sagt LGE-Chef Robert Erdmann über seine Vorstellungen. Für den Eingriff in die Lebensräume der einstigen Waisengärten soll entlang der Uferkante frisches Grün gepflanzt werden. Außerdem werde der Naturwald in Zippendorf künftig sich selbst überlassen, die forstwirtschaftliche Nutzung dort beendet, wie Bauamtschef Dr. Günter Reinkober erklärt.

Die bereits vor Jahrzehnten begradigten Wassergräben auf dem Waisengarten-Gelände bleiben möglichst unangetastet, aber in die „neue“ Landschaft eingepasst. Die Schweriner sollen ihren See künftig auf einem befestigten Uferweg genießen können. „Dieser muss auch mit Rollatoren und Rollstühlen befahrbar sein“, stellt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff klar. Weil in Schwerin viele Freizeit-Läufer unterwegs sind, ist entlang des Uferweges auch ein Trimm-dich-Pfad vorgesehen – „ähnlich dem am Faulen See“.

Aus den jahrelangen zähen Diskussionen mit Umweltschützern um die Zukunft der Waisengärten haben alle Beteiligten offensichtlich ihre Schlüsse gezogen. Die LGE achtet darauf „alle geforderten Umweltauflagen zu erfüllen“, sagt Erdmann. Die Stadtplaner sind auch in Sachen Stegbau an den Waisengärten vorsichtig geworden. „Angesichts der Situation des Schlossbuchtanlegers ist das Thema gesondert zu betrachten“, so Reinkober. Der geplante Stegbau liegt dort aufgrund einer Klage des Umweltverbandes BUND weiter auf Eis. Ein endgültiges Urteil wird erst mit der Fertigstellung des Managementplanes für das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ erwartet. Aber auch diese verzögert sich derzeit und wird nach Informationen unserer Zeitung frühestens im Herbst erwartet.

 


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